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Re: Belesener und frühstückender Rosellasittich


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Geschrieben von Silke am 29. März 2000 12:03:37:

Als Antwort auf: Belesener und frühstückender Rosellasittich geschrieben von Birgit am 28. März 2000 14:31:22:

Hallo Birgit,

Papierzerfetzen, Holzzerknabbern, Stoffzernagen sind - neben Futtersuche in Blumenuntersetzern voll mit Einstreu oder Sand - die Lieblingsbeschäftigungen für die Papageien.

Druckerfarbe ist in ihrer Schädlichkeit nicht ganz unumstritten. Manche Lexika zu Vogelerkrankungen bezeichnet sie glattweg als giftig, andere schränken dies auf "farbige Drucke" ein. Mal eine Seite Zeitung ist sicherlich nicht problematisch, aber in der Regel sollte der Vogel auch andere Beschäftigung finden (Ist doch kein Einzeltier, oder? Wenn ja, dann schleunigst um Partnerin kümmern, es gibt gerade bei Platycercus nicht nur bei der Verpaarung schlechthin, sondern auch bei der Einzelhaltung und späteren Verpaarung große Probleme, wenn also ja, mail mir doch lieber noch einmal.)

Wie alle Plattschweife hat auch der Rosella einen recht kräftigen Schnabel und Du solltest ihm daher neben dicken (Naturmaterial-)Stricken, Bastzöpfen etc. auch dicke, frische Zweige und Holzspielzeug für Papageien anbieten. Das kann man auch selber basteln und - wer will - mit Lebensmittelfarbe (Osterfarben) einfärben.

Ein bißchen Brötchenkruste schadet sicherlich nicht, außer der Hefe dürfte da nicht viel Anrüchiges drin sein, gut Salz, wie in allen menschlichen Speisen. Und davon sollte der Rosella wirklich nicht zu reichlich bekommen. Aber die Gefahr, daß der Vogel meint, das Essen vom Tisch sei grundsätzlich leckerer, ist sehr groß und was mit kleinen Betteleien beginnt, wird irgendwann zum Nervenkampf darum, was der Vogel noch alles bekommen soll. Ich bin deshalb immer grundsätzlich geneigt, dieses Vom-Tisch-Füttern den Leuten auszureden, bevor es Ausmaße annimmt, die dann auch die Gesundheit des Vogels ernsthaft beeinträchtigen.

Und dann gibt es da noch ein anderes Problem. Kommen Mensch und Tier über den Nahrungsweg zu dicht zusammen, werden leicht gefährliche Keime, sowohl vom Mensch auf den Vogel als auch vom Vogel auf den Menschen übertragen. Im gegenseitigen Interesse wäre es wirklich nicht verkehrt, den Vogel vom Eßtisch und aus der Küche fernzuhalten.

Gerade im Mundbereich des Menschen sitzen Erreger, denen der Vogel nur schwer gewachsen ist und umgedreht gibt es nach wie vor einige sehr gefährlich Krankheitserreger, die den Weg vom Vogel zum Menschen finden. Ein gesunder Vogel kann vieles sehr gut wegstecken, aber schon ein durch eine Mauser geschwächter oder ein älteres oder anderweitig beeinträchtigtes Tier steht dem ganz anders gegenüber.

Wenn man also nicht vordergründig um die eigene Gesundheit besorgt ist, sollte man auch an das Tier denken. Man kann es drehen, wie man möchte.

Gruß, Silke.




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