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Re: Belesener frühstückender Rosellasittich


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Geschrieben von Silke am 29. März 2000 14:49:30:

Als Antwort auf: Belesener frühstückender Rosellasittich geschrieben von Birgit am 29. März 2000 14:32:14:

Liebe Birgit,

ich kann es Dir nur sehr ans Herz legen, diese Sache nicht leichtfertig abzutun. Jeder Plattschweif-Züchter kann Dir bestätigen, daß es bei der Verpaarung von diesen Tieren es meistens Probleme gibt und daß die Tiere sehr anfällig für Rupferei, aber eben auch für Aggressivität sind, wenn sie auf Dauer allein gehalten werden.

Gerade weil Du sein Alter nicht kennst, kannst Du gar nicht beurteilen, wie lange er noch so freundlich und sorglos sein wird.

Du kannst Plattschweife in dieser Hinsicht in keinster Weise mit Wellensittichen oder Nymphen vergleichen, die relativ problemlos auch noch nach Jahren zu verpaaren sind. Glaub mir, bei Rosellas kann das eine Odyssee werden. Und Du wirst, wenn Du ein sensibles Herz hast, bitterlich heulen, wenn Du das Drama dann miterleben mußt. Du weißt nicht, was diese Tiere sich selbst, aber eben auch anderen antun können, wenn sie einmal eine Störung haben. Und die bemerkt ein unerfahrener Halter nicht sofort, sondern erst, wenn es richtig auffällig wird, dann ist es aber schon zu spät, um ganz locker an eine Verpaarung heranzugehen. Besonders aggressive Hähne sind fast nicht mehr "heilbar", weil sie eben auch auf ihre zukünftige Partnerin brutal losgehen. Da ist einfach der Verstand nicht mehr ganz klar in dem Tier.

Ich bitte Dich, guck Dir wirklich erst einmal solche Vögel an, bevor Du Deine Entscheidung fällst.

Außerdem unterschätzt Du meines Erachtens auch die Gefahr für Dich, denn ein Hahn, der wegen seiner unbefriedigten Geschlechtstriebe aggressiv wird, ist nicht ungefährlich. Ein Biß dieses kräftigen Schnabels kann Dir den kleinen Finger abtrennen. Ich bin selbst schon mal durch eine kleine Unachtsamkeit von einem gestörten Pennanten heftig gebissen worden, glücklicherweise ging der Schnabel an meinem Ringfingerknochen vorbei und nur ins Fleisch. Das ist kein Necken oder Knuffen, das ist richtiges Beißen.

Ich kenne selbst eine Frau, die sich einen hellroten Ara als Haustier hielt und - weil sie nun einmal so eigensinnig war und das Tier doch so lieb - dann nach einigen Jahren plötzlich einem Monster gegenüber stand. Der Vogel hat fast die gesamte Familie tyrannisiert und versucht, alle in den Hals zu beißen. Den Vogel mußte sie natürlich abgeben, aber was aus dem Tier dann wurde, steht auf einen anderen Blatt. Sie hat es wie die meisten Vogelhalter gemacht: weggeben und gemeint, nun wird schon alles gut.

Also, glaub mir ruhig, wenn ich Dir sage, der Zustand, den Du jetzt hast, muß nicht der entgültige sein. Sei besser schlauer und sorge vor: Wo 1 Vogel genug Platz findet, findet es auch ein zweiter. Haben zweie keinen Platz, ist es eigentlich auch für einen zu eng.

Kling paradox, stimmt aber haargenau: Muß der Vogel im Käfig bleiben, reicht der Platz für ihn nicht. Hat der Vogel viel Freiflug, ist es kein Problem, wenn er seinen Schlafplatz mit einem Partner teilt. Ich denke, Du weißt, was ich meine.

Gruß, Silke.




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