Re: Einfangen von Hand
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 17. Oktober 2000 17:48:25:
Als Antwort auf: Re: Einfangen von Hand geschrieben von Meike am 11. Oktober 2000 16:40:04:
Hallo Rainer, hallo Meike,
>>Ich habe bei dem Einfangen immer etwas Bedenken, daß der Vogel dabei erschrecken und einen Herzschlag bekommen könnte sowie daß er Angst bekommt wenn er dann in der Hand gehalten wird. Sind diese Bedenken berechtigt oder macht das dem Vogel nichts wenn er erst ein paar Runden geflogen ist und dann von Hand eingefangen wird?
Ein junger, gesunder Vogel bekommt nach einem kurzen Einfangen nur sehr selten einen sehr leichten Schock und niemals einen Herzinfarkt. Passiert dies doch, kann man sicher sein, daß der Vogel eine Herzerkrankung hatte.
Nach langer Hetzjagd oder bei sehr alten Vögeln kann es zum Schock kommen. Wichtig ist, daß der Vogel nicht auskühlt, daß er sofort in Ruhe gelassen wird, nicht mehr angefaßt und daß sein Partner bei ihm ist, dann erholt er sich nach wenigen Minuten etwas, spätestens nach zwei Stunden ist er wieder fit.
>Ich bezog die Aussage mit dem Schock nur auf diesen einen Fall, der ja schon etwas zurückliegt und offensichtlich gut überstanden wurde. Deshalb auch der Hinweis mit dem Halbdunkeln. Der Sittich sollte so wenig wie möglich sehen können, der Halter sollte ihn aber noch gut erkennen können. Dadurch wird das Einfangen viel schneller und erspart beiden Seiten Stress.Es ist leider ein Aberglaube, daß der Vogel im Halbdunkel schlechter sieht als der Mensch. Der Aufbau des Auges des Vogels gleicht fast haargenau dem des Menschen, nur das Farbsehen ist viel besser. Ergo: sehe ich den Vogel, sieht er mich auch. Es ist also davon nur abzuraten. Im schlimmsten Falle überwindet der Vogel die Angst, die ihn nämlich dabei sitzen läßt und startet durch zum Blindflug. In der Dämmerung ist aber seine Bildverarbeitung, sein enorm schnelles Sehen mit 190 Bildern pro SEkunde stark verzögert, so daß er HIndernisse zu spät erkennt und sich schwer verletzen kann. Man greift also einen Vogel im Dunkeln ausschließlich im KÄFIG.
Im Freiflug sollte man einen Vogel überhaupt nicht mit den Händen greifen. Daß man ihm damit Angst vor der Hand einjagt, ist noch der geringere Aspekt. Viel höher ist die Gefahr, das Tier bei ungeschicktem Greifen zu verletzen, ihm die Flügel zu brechen und ihn u. U. damit zeitlebens flugunfähig zu machen. Es muß also ein Kescher her, und zwar die größte Größe. Nicht der größte Vogel bekommt den größten Kescher, sondern der flinkste, damit er nicht entschlüpfen kann.
Gruß, Silke.