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Re: Butschi & Hansi


[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ]


Geschrieben von Silke am 03. April 2000 09:52:02:

Als Antwort auf: Re: Butschi & Hansi geschrieben von Meike am 31. März 2000 14:26:54:

Hallo Meike,

>Nunja, die Henne mutierte kurz danach zum Hahn, war zwar sehr lieb, aber wurde vom Alten nicht akzeptiert. Dieser hackte gnadenlos auf den Jungen ein, so dass wir sie wieder auseinandersetzen mussten. Eigentlich etwas merkwuerdig, weil es immer heisst, alten Sittichen sollte man aeltere, nicht so quirlige Partner dazugesellen, die die Alten nicht ueberfordern. Hier wars eher andersherum. ;-)

Ist doch kein Widerspruch, Meike, der junge Vogel war dem Alten zu nervig und deshalb hat er ihn weggehackt. Das bestätigt doch in vollster Weise diese Regel. Da sich Wellis aber selten sehr abweisend verhalten, werden hier allgemeine Charakterfragen mehr eine Rolle gespielt haben und auch, wie sehr er bereits am Menschen hing und ob er evtl. eifersüchtig gewesen sein könnte.

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>Ich glaube, dass "alte" Sittiche, die schon immer einen Partner hatten, neuen gegenueber auch viel aufgeschlossener sind. Wir haben damals einige Monate spaeter eine Henne fuer den Jungen besorgt, die aber auch nicht viel besser als der alte mit ihm umging. So gesellig sind die Viecher wohl doch nicht. ;-)

Völlig falsch, Meike. Sie sind immer gesellig, aber alles über einen Kamm scheren, bringt nichts. Wenn ein Vogel sehr menschenbezogen ist, wird es immer schwieriger, ihn wieder den Artgenossen schmackhaft zu machen, da er möglicherweise in dem Neuankömmling zunächst einen Rivalen um die Gunst "seines" Menschen sieht. Ist der alte Vogel nicht so menschenbezogen oder kommt er in völlig neue Umgebung (oder hält sich der Bezugsmensch einmal ein Weilchen zurück und beschäftigt sich nicht andauernd mit ihm), sieht die Welt wieder ganz anders aus.

Du darfst nicht vergessen, daß Wellis monogam leben, d. h., sie sind ihrem Partner normalerweise bis zum Tod treu. Solange sie also einen "Partner" haben, werden sie ihn auf jeden Fall verteidigen und jedem anderen von ihm fernhalten. So funktioniert das ja auch im Schwarm, sonst würde sich dort jeder mit jedem vergnügen.

Deshalb funkt es bei solchen Einzelwellis auch nur sofort, wenn entweder die Bindung zum Menschen nicht so eng war oder der neue Gefährte sofort sympathisch ist oder wenn er den engen Kontakt zu seinem Menschen verloren hat. Deswegen spielen charakterliche Ähnlichkeiten eine ganz besonders große Rolle, wenn man einen menschenbezogenen Vogel verpaaren möchte. Das Ergebnis ist aber allemal jede Mühe wert.

Es spielt aber wirklich keine entscheidende Rolle, wie lange der Vogel zuvor allein gelebt hat. Ich habe schon ein 7 1/2jährigen Einzelvogel übernommen, der sich sofort an seinen Artgenossen orientiert hat. Entscheidend ist nur das wie. Wie er mit den Menschen zusammengelebt hat und unter welchen Bedingungen man ihn jetzt verpaaren will. Dabei kann man es ihm leicht oder aber schwer machen. Ich bin aber mal so kühn zu behaupten, daß es keinen Welli gibt, den man nach langer Zeit nicht mehr verpaaren kann.

Und - ehrlich gesagt - auch wenn die Bedingungen, die ich schreibe sich hier vielleicht umständlich anhören, sie sind vergleichsweise simpel, wenn man dies mal mit der Verpaarung von anderen Papageienarten vergleicht und da seinen die Einzeltiere mal völlig ausgenommen.

Schließlich gibt es Wellensittiche in allen Altergruppen und aller Couleur zu bekommen, so daß man schon nach kurzer Suche den passenden Partnervogel bekommen kann. Und noch leichter geht es für den Vogel, wenn man ihn in einen größeren Schwarm eingliedert. Da lernt er gleichzeitig, sich in einem Schwarm zurechtzufinden und sich einzuordnen und findet dann meistens auch recht schnell seinen Partner oder knüpft zumindest freundschaftliche Kontakte zu Artgenossen. Natürlich "verwildert" der Vogel in dieser Zeit ein bißchen, aber es gibt nichts, was man nicht ganz schnell wieder aufbauen kann.

>Nunja, dafuer hat der Alte sie mit der Zeit geliebt (lag wohl daran, dass er sie bei aller Muehe nicht verjagen konnte, obwohl sie nur halb so gross war) und sie ihn.

Ich denke nochmals, daß Du es hier falsch interpretierst: Die beiden hatten einen schlechten Start. Mögliche Gründe dafür habe ich Dir ja schon genannt. Mit der Zeit aber, hat er gemerkt, daß sie keine Rivalin ist und er sie auch nicht verjagen kann und hat deshalb Freundschaft geschlossen.

>Die zwei Jungen hatten sich dann auch irgendwann arrangiert, aber der alte und der junge wurden nie Freunde.

Dann konnten die beiden charakterlich eben nicht miteinander. Vielleicht ist zwischen beiden auch eine dauerhafte Rivalität entstanden, schließlich sind ja beide dann verpaart gewesen. Wenn dann auch keine großen Sympathien vorhanden sind, geht man sich eben aus dem Weg oder jagt sich.

>So kanns auch gehen. Es war ueberhaupt komisch, ich hatte mal 5 Wellis und es war kein einziges Paerchen dabei. Jetzt habe ich drei Singles und ein Paerchen, ich hoffe, die drei gucken den beiden noch was ab.

Wie gesagt, wenn Du Deine Vögel schon so beobachtest, guck mal auf ihre Angewohnheiten und ihre Charaktere. Du wirst feststellen, daß sie sehr verschieden sind (oder sein können, bei Deinen dreien scheinen ja keine so großen Gegensätze zu herrschen, aber vielleicht erinnerst Du Dich ja noch gut an Deine 5). Schließlich verhält es sich so wie in einer Gruppe Menschen: Es gibt Freunde, mit denen man sich gut versteht, andere, die man nicht leiden kann und Typen, die einfach nur nervig sind. Genauso geht's den Vögeln auch. Guck mal genau hin, Du wirst sehr interessante Dinge beobachten: es gibt Hasenfüße, die sich nie etwas trauen und sofort kuschen; Angeber und Machos, Stänkerliesen, sanfte Lämmer, kleine Trottel und vorwitzige Spring-ins-Feld's.

>Ich wuensch Dir noch viel Spass mit den beiden!! Es ist immer toll anzusehen, wie so zwei Wellis, die sich wirklich gut verstehen, miteinander umgehen. :-)

Das kann ich ausnahmslos bestätigen...

Gruß, Silke.




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