Re: Pucki ist gestorben...
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 08. November 2000 16:23:34:
Als Antwort auf: Re: Pucki ist gestorben... geschrieben von Katrin am 08. November 2000 15:36:01:
Liebe Katrin,
das tut mir sehr leid. Es kommt für mich doch ein bißchen überraschend, vor allem, weil es eben keine so lange und relativ klare Vorgeschichte hat.
Am schlimmsten ist so ein Tod zu überwinden, wenn er aus nahezu heiterem Himmel kommt. Bei einer langen Erkrankung hat man Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, daß es einmal zu Ende sein wird. Ich kann gut nachvollziehen, wie schwer es Dir fällt, damit klarzukommen.
Auch wenn es jetzt überraschend kommt, hast Du Dich zu einer Sektion entschlossen? Das macht den Vogel nicht lebendig, aber gibt Dir Klarheit, was überhaupt passiert ist. Abschätzen kann man es in diesem Fall nicht, ganz und gar nicht.
Wir hatten ja miteinander gesprochen (frag nicht, wann ich zu Hause war...) und sind ja eigentlich alles Für und Wider durchgegangen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Untersuchung derart tödliche Verletzungen verursacht hat, bei aller Unkenntnis der handelnden Personen. Zumindest denke ich nicht, daß dies bei einem ansonsten organisch gesundem Vogel der Fall wäre. Vielleicht wäre es also auch ein Trost, die wahre Todesursache zu erfahren, denn wenn er entsprechend krank war, hätte es jederzeit passieren können und er vielleicht einen noch langsameren Tod haben können.
Ich bin fest davon überzeugt, daß Du Dir keine Schuld zuweisen mußt. Er zeigte keine akuten Krankheitszeichen, die Kotveränderungen hätten gut und gerne chronische, aber nicht unmittelbar tödliche Krankheitszeichen sein können. Ich wäre also auch nicht gleich in Panik verfallen, sondern hätte zu einem nächstmöglichen, passenden Termin den Arzt aufgesucht.
Natürlich ist es dumm, wenn man dann keinen wirklich erfahrenen Arzt bei der Hand hat, denn nur dieser könnte einem solchen Vogel helfen. Insofern kann ich auch gut verstehen, warum Du nicht sofort zum Arzt gelaufen bist.
Dein Engagement war da, Du bist zum Arzt gegangen, als das Tier noch fit war. Das das Blatt sich so tragisch wenden würde, konntest Du nicht ahnen.
Wir hatten ja beide noch besprochen, daß ich auch bis zum nächsten Morgen abgewartet hätte. Im MOment konnte man für das Tier auch nichts tun, der Streß hätte zum selben traurigen Ergebnis geführt, wenn er transportiert worden wäre. Außerdem schien sein Zustand sich ja langsam zu stabilisieren.
Und, wenn der Vogel tatsächlich bei der Untersuchung verletzt wurde, waren seine Chancen ja auch fast Null, das habe ich Dir ja auch schon gesagt und davon bin ich nach wie vor überzeugt. Ja, die Ärztin hätte ohne Eingriff - was sie in dem Zustand des Vogels aber mit Sicherheit gar nicht erst versucht hätte - das auch gar nicht feststellen können. Sie hätte den Vogel also auch nur in einen Käfig über Nacht zur Beobachtung gesetzt und er wäre dort gestorben. Das ist auch nicht mal ein Punkt, wo man ein Tier sofort einschläfert, denn die Leidensphase ist zu kurz, als daß man daraus schlußfolgern könnte. Insofern vielleicht doch ein kleiner Trost, sehr lange hat das Tier nicht gelitten. Es ging zu schnell.
Und noch ein kleiner Trost, Dein Pucki war kein junger Spund mehr, auch wenn es banal klingt, weil man es hier für die meisten Vögel sagen kann und deshalb wie eine Dauerwiederholung klingt, es ist ernst gemeint: Dein Vogel hatte bei Dir ein schöneres Leben als sehr viele andere seiner Artgenossen. So ist er zwar nicht seelig an Altersschwäche entschlummert, aber er ist als glücklicher Vogel gestorben. Und er ist zu Hause gestorben, nicht in einer Arztpraxis, in einem Transportkäfig oder auf dem Untersuchungstisch...
Liebe Grüße, Silke.