Re: Pucki ist gestorben...
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 09. November 2000 08:27:47:
Als Antwort auf: Re: Pucki ist gestorben... geschrieben von Katrin am 08. November 2000 18:14:42:
Liebe Katrin,
es wäre ihm vielleicht angenehm gewesen, bei Dir zu bleiben, aber es hätte ihn sicherlich nicht gerettet. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, daß der Vogel wenige Stunden später sterben würde.
Vielleicht hat es der Vogel gewußt, denn ich kenne es von sehr menschenbezogenen Vögeln, daß sie kurz vor dem Tod permanent die Nähe des Menschen suchen. Das passiert allerdings dann, wenn sie eines natürlichen Todes sterben. Im Krankheitsfall haben sie meist gar nicht die Kraft dazu.
Insofern ging es alles unerwartet schnell, aber das ist wiederum auch tröstlich, denke ich, der Vogel hat also wirklich nicht lange wirklich gelitten, da er selbst noch flog und das tut ein todkranker Vogel eigentlich nicht.
Vielleicht traf hier also auch natürliche Altersschwäche, ein Jüngling war Dein Tier ja nicht mehr und die Strapazen der ungeschickten Untersuchung haben ihm sozusagen "den Rest gegeben". Dafür würde doch seine relativ gute Verfassung kurz vor seinem Tod sprechen, auch wenn das kein Beweis ist. Und laß vielleicht doch noch eine chronische Stoffwechselgeschichte dazukommen, dann hat man vielleicht schon das Maß erreicht.
Ich meine, 10 oder 11 Jahre sind kein Methusalemalter für einen Welli, aber die besten Jahre sind oft schon vorbei. Bei der Vorgeschichte des Tieres wäre es also nicht allzu verwunderlich, wenn er eben keine 15 wird. Ich würde ein Tier freilich nicht gleich abschreiben, weil es 11 Jahre ist, denn es könnte ja noch Potential haben, also ein Arztbesuch lohnt sich in jedem Falle, wenn er etwas hat, aber mit einer Kette solcher Katastrophen konnte keiner rechnen.
Insofern finde ich es auch in Ordnung, daß Du mit ihm morgens noch einmal zum Arzt gefahren bist, denn Du wolltest ihm ja gff. noch helfen. Ich hatte Dir zwar schon angedeutet, daß wenn der Zustand des Vogels am Morgen sehr schlecht ist, ihn wohl kaum jemand helfen kann, andererseits wäre ich auch unsicher gewesen, wenn er nachts noch so mobil gewesen wäre.
Wie man es in einem solch verzwickten Falle eben hält, macht man es verkehrt. Wäre mir aber sicherlich auch passiert.
Im Nachhinein sagt man sich vielleicht, hätte ich ihn doch zu Hause behalten und ruhig sterben lassen. In einem anderen Falle kann aber vielleicht noch der Arztbesuch hilfreich sein, wenn der Vogel den Transport übersteht und sich wieder akklimatisiert in der Praxis.
Du hast in jedem Fall optimal gehandelt, Dich sofort zu entscheiden. Nichts ist schlimmer, als zu zögern und dann loszufahren, wenn eh' schon alles zu spät ist.
Daß Du keine Sektion gemacht hast, ist sicherlich nicht insofern tragisch, weil ich nicht glaube, daß man eine Ansteckung befürchten muß (Hast Du eigentlich noch andere Wellis?). So bleibst Du "nur" im Unklaren, was nun genau die Todesursache war.
Hat man noch andere Tiere, sind diese der beste Trost in der ersten Zeit. Hast Du keine Wellis mehr, wirst Du Dich vielleicht entschließen, noch einmal welche zu kaufen. Für diesen Fall lege ich Dir ans Herz, erst mal im Tierheim nachzugucken. Diese brauchen Hilfe und es ist der schönste Dank zu sehen, wie sie sich entwickeln und Zutrauen fassen. Das ist kein Austausch Pucki gegen Hansi, sondern jeder lebende Welli ist eine kleine Erinnerung an Deinen Pucki. Vielleicht wirst Du Charakterzüge wiederentdecken, die Du einst liebgewonnen hast oder vielleicht wird irgendeine Geste ab und zu einmal schöne Erinnerungen wecken.
Liebe Grüße, Silke.