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Re: Rosella-News


[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ]


Geschrieben von Silke am 08. November 2000 13:05:05:

Als Antwort auf: Re: Rosella-News geschrieben von Birgit am 08. November 2000 12:00:44:

>Das sind sie wahrscheinlich, da wird aber dann noch aufgespaltet zwischen Platycercus eximius eximius (Rosellasittich, Eastern Rosella) und Platycercus eximius ceciliae (Prachtrosella, Golden mantled Rosella).

Das sind Nominatform (erstes Bild) und die jeweiligen Unterarten...

> Dazu gibts dann noch zwei Bilder, die ich auch vorletzte Woche mal angeschaut habe, auf denen die angeblichen Unterschiede allerdings praktisch nicht zu sehen sind. Danach sollte der Prachtrosella goldgelbe Federumrandungen auf dem Rücken haben und das rot sollte dunkler sein, aber genau das ist auf den beiden Fotos nicht zusehen ;-).

Ja, genau das ist das Problem. Erstens sind diese Farbmerkmale so unscheinbar, daß man sich den Vogel meist zwischen die Knie klemmen muß, um genau nachzusehen und zweitens hat man ja selten diese Lehrbuchfärbung... Gerade mit der Aussage "dunkleres Rot" kann man sich täuschen, weil ja schon die Geschlechter in puncto Farbintensität Unterschiede aufweisen und dann die Individuen auch noch mal. Bei den Wellensittichen haben sich ja im Laufe der Domestikation ja sogar zwei unterschiedliche Hautfarben herausgebildet: einmal rosig und einmal gräulich-bläulich.

> Naja, ich vermute eher normale Rosellasittiche, der eine hat zwar gelbere Rückenfedern, der andere mehr gelbgrüne (könnte dann ein Weibchen sein).

Wenn die ganzen Federn grünlich sind und nicht nur ein milimeterdicker grüner Rand, können dies auch die Reste des Jugendgefieders sein. Alle Platycercus besitzen ein grünliches Rückengefieder in der Jugend. Ob das in der Freiheit der Tarnung dient, weiß ich nicht.


>Ach was ich noch vergessen hatte: Die Paprikakerngehäuse, die du empfohlen hast, sind auch ein Hit schlechthin, inzwischen sind sie beide so wild drauf, daß ich schon immer zwei in den Käfig hänge :-).

Ja, ne? Ich habe die auch immer als "Pennant-Magneten" bezeichnet... Mit viel Paprika bekommt man auch den scheuesten Platycercus zahm. Je nach Schwere der psychotischen Angst kann das zwar dann schon mal in die Kilos gehen; meine alte Dame vor einem Jahr hat bestimmt die Kerne von knapp 20 kg Paprika vertilgt. (und ich hatte Mühe, das Fruchtfleisch zu verarbeiten - roh konnte ich es schon nicht mehr sehen...)

>>Dieses Verhalten des einen würde ich auch als Unterwürfigkeit deuten: sich klein und schwächlich zu machen, ist wohl eine Beschwichtigungsart. Parallelen zum Jungvogelbetteln sehe ich aber nicht.
>Lustigerweise macht das der Dominantere, Jüngere öfter, aber vielleicht irre ich mich ja bzgl. der Dominanz. Die nächsten Wochen werden es zeigen.

Ich könnte es sonst nicht anders zuordnen. MIt Angst hat das freilich nicht zu tun, sondern eher mit einer Art Nachgiebigkeit, die unter Platycercus nicht sonderlich ausgeprägt ist, aber das sind ja auch noch sehr junge Vögel. Da es, wie Du schreibst, im Käfig stattfindet, könnte dies schon so eine Art Ich-will-keinen-Streit-und-bin-friedlich-Gebahren sein. Ich sehe auch keinen Grund, warum micht auch der Dominante solche Zeichen geben kann, wenn er nicht annehmen muß, daß seine Vorherrschaft wirklich in Frage gestellt ist.

Auch dominante Vögel sind nicht in jeder Form despotisch, selbst nicht unter den besonders aggressiven und dominanten Pennanten und Rosellas. Es kommt freilich immer auch noch auf das Tier an. Es gibt freilich Hähne, die die Hennen niemals ungestört fressen lassen, die sie jagen, wenn ihnen was nicht paßt, aber es gibt durchaus auch harmonische Pärchen, auch wenn sie eben nicht gerade durch einen besonders zärtlichen Umgang miteinander berühmt sind. Oft sind es ja auch die mangelhaften Unterbringungsmöglichkeiten, die solche intensiven Streitereien und Verfolgungen provozieren. Wenn sie auf zu engem Raum gehalten werden, werden diese Vögel ungemütlich und launisch. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Es läßt sich also schon im Vorfeld viel Ärger vermeiden, wenn man ihnen ihre Freiräume läßt.

Aber wie gesagt, ich könnte das Wegducken nicht zielsicher interpretieren.

Wenn sich meine Kandidaten wegduckten, lag das in meinen Augen an ihrer unnatürlichen Schreckhaftigkeit und Unsicherheit. Das ist aber kein Maßstab. Ein Vogel mit ein oder mehreren Psychosen und Verhaltensstörung muß nicht arttypisch reagieren.

Ich habe so etwas also bemerkt, wenn ich zu schnell oder zu nahe am Käfig vorbeiging und sie eingesperrt waren und natürlich, wenn ich in ihrer Kopfhöhe oder oberhalb hantiert habe, da ist es aber m. E. ein ganz normaler Reflex.

Ach ja, und wenn sie hinterrücks beißen wollten!

Meine Pennydame hatte mit Männern schlechte Erfahrungen gemacht und ließ keine Gelegenheit verstreichen, wenn sich ein Mann im Vorübergehen dem Käfig näherte. Sie wich erst zurück, stürmte dann aber blitzschnell zum Gitter um in eben dieser Pose durch das Gitter zu schnappen, als wollte sie ihn beißen. Sie hat niemals den direkten Angriff gewagt, wenn das Gesicht aber abgewandt (oder schon vorbei) war, schnappte sie zu. Wie eine Art Angstbeißen, wie man es von Hunden her kennt.

Man erkennt aber in diesem Fall die Aggression im Gesichtsausdruck und an den Kopf- und Nackenfedern und außerdem ist das, denke ich, wieder eine typische Verhaltensmacke und deshalb nicht repräsentativ.

Aber vielleicht verraten sich die beiden ja früher oder später damit, wie es gemeint ist...

Gruß, Silke.




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