Re: schon wieder ist die Hälfte des Textes weg
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 26. Oktober 2000 09:22:23:
Als Antwort auf: Re: schon wieder ist die Hälfte des Textes weg geschrieben von Petra am 25. Oktober 2000 17:49:05:
Die Vögel sitzen an jeder Straßenecke, ehrlich... Wenn ich nur die nehme, die in irgendwelchen Geschäften ihr Dasein fristen! Und dann muß man sich nur mal in der eigenen Bekanntschaft sich umsehen, da wird's einem oft ganz, ganz übel...
Und es sind auch Bekannte, auch eine Tierärztin, ja, die mal ein Tier vorbeibringen oder mich anrufen, ob ich es nehmen kann.
Nicht alle sind freilich behindert, aber eigentlich fast alle in einem furchtbaren Zustand: krank, halb verhungert, verunfallt. Es kommen auch mal Kinder mit einem Wildvogel, aber entweder ist der gar nicht krank und hilflos oder hat durch einen Aufprall eine Kopfverletzung, die meist ein oder zwei Tage später wieder kuriert ist.
Aber am schlimmsten sind die verwahrlosten und geistesgestörten Tiere.
Ich kann nicht sagen, daß es eine schöne Sache ist. Schön ist es, wenn man sich irgendwann sagen kann, man war erfolgreich. Im ersten Moment hat man wenig Freude, eher Wut im Bauch und ganz, ganz viel Mitleid. Richtig ohnmächtig fühlt man sich dann, wenn einem mal wieder klar wird, das es nicht der erste und nicht der letzte Vogel war, den man so bekommt und wenn man sieht, welche Dödel sich unter welchen Umständen welche Tiere zulegen. Und schlimm ist es, wenn man ein Tier leiden sieht, aber es schwierig wird, es loszueisen und die Besitzer es weder weggeben noch sich darum kümmern wollen. Man kann nicht immer gleich mit dem Amtstierarzt ins Haus platzen und so ziehen sich die "Verhandlungen" oft lang und es tut in der Seele weh, das Tier immer noch dort zu lassen. Bei Wellis kommt man recht schnell zum Zuge, spätestens, wenn man anbietet, das teure Futter, daß die Leute ja gerade erst gekauft haben und um das es doch so schade ist (jaja, so was bekommst Du dann zu hören), abzukaufen. Kostete der Vogel aber ein paar Mark mehr, tun sie so, als wolle man ihnen eine Kostbarkeit aus den Rippen leiern. Das das Tier eigentlich keinen Pfifferling mehr wert ist, wenn man nach dem Verkaufspreis geht und der Vogel in absehbarer Zeit das Zeitliche segnet, wenn niemand die Mühe macht und den Arzt aufsucht, begreifen sie erst nach einer Weile. Sie sehen in dem Tier einen teuren Gegenstand, wie ein Auto, daß man ja erst verschrottet, wenn es nicht mehr fährt. Und dabei muß man noch den Spagat hinlegen, einerseits die Leute nicht mit Unfreundlichkeiten zu verprellen und ihnen andererseits deutlich ihre Verpflichtungen und den Zustand ihres Tieres zu verklickern.
Und noch schlimmer ist es, wenn man sich mit ihnen auf der fachlichen Ebene herumstreiten muß: Der Züchter hat aber gesagt... Ja, der Züchter hat. Ich kenne den Züchter nicht, aber er muß ganz schön mies sein, wenn er das und das gesagt hat. Da leben Pennanten schon mal im verschneiten Gebirge und dürfen deshalb gar nicht so warm gehalten werden. Der nächste ersetzt gar den Tierarzt und weiß ganz genau, daß die immer alle Tumore kriegen und wenn dann so ein Tier eine Beule irgendwo hat, dann lohnt es gar nicht zum Arzt zu gehen, der kann ja sowieso nichts machen, die sterben doch eh alle daran. Ob es denn ein Tumor war, hat er bestimmt im Kaffeesatz gelesen...
Der nächste Vogel sah schon immer so zerfleddert aus und fliegen mag er sowieso nicht, der will ja immer wieder in den Käfig und da macht man eben gleich zu, dann knabbert er auch nicht die teuren Gardinen an.
Ooch, der fällt öfter von der Stange, der ist ja schon so alt. Also mindestens 5 Jahre. Was, der wird viel älter? Glaube ich nicht, meine sind immer mit 4, 5 Jahren gestorben... Und Räudemilben, naja, der hat vielleicht ein bißchen wenig Federn um den Schnabel und ein paar Hautschüppchen, aber er ist doch alt... Also, ich würde den nicht extra deswegen zum Arzt bringen. Ist doch auch so weit weg.
Du verstehst, daß einem öfter buchstäblich das K... dabei kommen kann...
Gruß, Silke.