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Re: Hilfe - kranker Wellensittich


[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ]


Geschrieben von Tina am 17. Juni 1999 at 20:11:00:

Als Antwort auf: Re: Hilfe - kranker Wellensittich geschrieben von Silke am 15. Juni 1999 at 15:03:30:

>>ich habe u. a. einen ca. 5 Jahre alten WS.Seit ca. 1 Jahr hat er gesundheitliche Probleme. Es begann mit Verdauungsproblemen etwa 5/98 in der Form, daß er unverdaute Körner im Kot hatte. Der TA-Besuch ergab Verdacht auf Megabakteriose, der sich jedoch wohl nicht bestätigt hat - anderenfalls dürfte Rasti nicht mehr am Leben sein.
>Sehe ich nicht so... Unverdaute Körner im Kot, Abmagerung deuten zielgerichtet auf GLS hin, der Nachweis der Bakterien sowie Blutreste im Kot hätte bei einer Kotuntersuchung erfolgen können. Allerdings ist über diese Krankheit noch relativ wenig bekannt, so daß ich auch diese lange Krankheitsdauer - zumal mit Antibiotikabehandlung, die ja die Vermehrung der sogenannten Megabakterien, die man - wenn das auch nicht entgültig bestätigt ist - als Ursache für die Entzündungen ansieht, eingrenzen kann. Man hätte die Symptome, denke ich, aber eingehender untersuchen und den Krankheitsverlauf beobachten sollen, auch, ob sich sein Zustand nach der Umstellung der Fütterung auf grüne Saaten, Kochfutter und Obst verbessert.
> EIne Antibiotika- Spritzenkur hatte ihm auch geholfen. Seitdem fühlt er sich schubweise nicht wohl, leicht daran zu erkennen, daß er in Abständen von 3 -4 Wochen jweils 1 - 2 Tage nur aufgeplustert auf der Stange sitzt, wenig frißt, viel schläft und kein Interesse an seinem Partner hat und gelegentlich wenige unverdaute Körner im Kot hat.
>Ist für mich nach wie vor erst einmal ein Hinweis auf GLS.
>Anzumerken ist, daß er 2 - 3 x leichte Symptome einer Kropfentzündung zeigte (starkes Würgen, allerdings ohne Schleimerbrechen).
>Auch GLS-Patienten würgen... Ein Kropfabstrich mit ggf. Kultur könnte klären, ob eine Kropfentzündung vorliegt. Der Kropf sollte auch auf Verhärtungen/Vergrößerung abgetastet werden. Du solltest natürlich auch das Futter auf Qualität (Keimfähigkeit, Schimmelsporen - mit Mikroskop) überprüfen sowie alle Maßnahmen, die man auch bei Kropfentzündungen trifft (kein Keimfutter, kein Quellfutter, kein nasses Futter, Vorsicht bei Grünfutter, Auskochen der Freßnäpfe und vor allem der Trinknäpfe und gründliche Reinigung des Käfigs) treffen. Die Wassernäpfe und Futternäpfe sollten bis zum Abklingen der BEschwerden täglich mit einer gesonderten Flaschenbürste gereinigt und ausgekocht werden.
> Hierzu ist anzumerken, daß ich letztes Jahr im Oktober einen WS wg. Kropfentzündung verloren habe.
>Das muß heutzutage nicht mehr sein. Wichtig ist eine gezielte Suche nach der Ursache der Infektion (Bakterien oder Pilze?) und gezielte Gabe von Medikamenten (Antimykotikum oder Antibiotikum, je nach Erreger) und eine absolut zuverlässige hygienische Vorsorge (wie beschrieben).
> Seitdem versuchte ich bei Rasti vorzubeugen mit Gabe von Kamillentee, Natur-heilmitteln zur Vorbeugung von Kropfentzündung etc.
>Das bringt alles nichts. Tees sollte man niemals unkontrolliert verabreichen oder gar über längeren Zeitraum, da auch Tees Drogen sind. Darüber hinaus ist die Bildung von Infektionserregern in den durch Teeresten verunreinigten Trinkwasserbehältern ernorm groß. Auch mit Wasser benutzte Trinkwasserröhrchen sind Hauptinfektionsquelle für solche Kropfentzündungen, weil sie oft nur unzureichend gereinigt werden.
>>Vor 3 Wochen kam eine Lähmung eines Fußes dazu, die ca. 1 Woche anhielt. Jetzt ist sie weg, es geht ihm wieder gut.
>Lähmungen können durch alle möglichen Ursachen ausgelöst werden, sogar durch Mangel an einem bestimmten Vitamin...
> Hat jemand einen Rat, was man noch tun könnte?
>Ja, siehe oben (und zwar vornehmlich die Kropfentzündungsmaßnahmen, die sich ja mit der Umstellung des Futters wegen GLS deutlich widersprechen; aber GLS ist ohnehin ein Todesurteil, jedoch kann man eine Kropfentzündung, wenn man sofort handelt, gut bekämpfen) und dann einen Vogelspezialisten aufsuchen, der das Tier einmal gründlich untersuchen kann und die nötigen Laboruntersuchungen veranläßt. Dazu am besten gleich eine frische Kotprobe mitbringen (den Vogel über Nacht in einen separaten Käfig setzen, Boden mit Folie ausschlagen und diese zusammengefaltet abgeben, so trocknet der Kot nicht aus.)
> Meine Erfahrung mit Tierärzten zeigte in der Vergangenheit häufig, daß außer einer Antibiotikaspritze für Ws nicht mehr viel getan wird.
>Es gibt zu wenig vogelkundige Tierärzte und die wenigen Spezialisten sind nicht immer sehr bekannt. Da kann man sich nur bei anderen Vogelhaltern oder bei der Tierärztekammer erkundigen, wo ein Facharzt seine Praxis hat. Kleintierärzte verfügen meist nicht über das nötige theoretische Wissen und wenn ja, dann mangelt es oft an praktischer Erfahrung. Die Vogelmedizin ist auch heute noch ein Gebiet mit vielen "weißen Flecken" und nur, wer sich spezialisiert damit beschäftigt, kann eine sichere Diagnose und Behandlung durchführen.
>Gruß, Silke.

Hallo, Silke,
danke für Deinen Beitrag. Du scheinst über ein sehr fundiertes Wissen zu verfügen - man merkt,daß Du Dich mit Wellis auskennst.
Zu Deinem Kommentar bzgl. Kotprobe beim Tierarzt wg. Verdacht auf GLS: Es hatte keinen Befund ergeben!

Zu Deiner Anmerkung "Verlust wg. Kropfentzünduing muß nicht mehr sein". Schön wär´s - hier sind wir wieder bei der "Vogel- Qualifikation" der Tierärzte. Es wurde gar nicht erst auf verschiedene mögliche Ursachen (auch Pilze etc.) untersucht, es ging gleich und nur mit Antibiotika los.
Hinterher, als es allerdings für Rudi zu spät war, habe ich mich darüber ausführlich belesen - beim nächsten Fall wüßte ich dann wahrscheinlich selbst besser, was zu tun wäre.

Zu den Problemen mit Antibiotika- Kuren: Hier hilft ganz prima - vielleicht kennst Du es ja auch noch nicht- die Gabe von Bird Bene Bac, um die Darmflora wieder aufzubauen.
Ist bei meinen Piepsern, auch nach Streßsituationen - wie Reisen- immer gut angekommen.

Übrigens geht es Rasti immer noch prima - seit ca. 1 Woche ist die Lähmung weg und er freut sich wieder ungetrübt seines Lebens und seines Spielkameradens.

Hast Du übrigens eine wirklich gute Idee, wie ich meinen 2. Welli - Maxi- endlich handzahm bekomme. Ich erwarb ihn 10/98, nachdem Rudi an der Kropfentzündung gestorben ist. Leider hat er sich nichts von dem eingewöhnten, zahmen Vogel abgeschaut und nachgemacht - wie es die Bücher und auch meine eigene Erfahrung eigentlich besagen. Ein Handicap war vielleicht, daß er bereits ca. 1 Jahr alt war- und wer weiß, was vorher in der Tierhandlung so alles los war. Ich hatte damals schon etwas Bedenken wg. seines "Alters" gehabt, aber ich konnte seiner Schönheit (er erinnerte mich auch sehr an Rudi) und seinen schwarzen Knopfaugen nicht widerstehen.

Viele Grüße,

Tina




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