Re: ???
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 05. Oktober 2000 15:05:35:
Als Antwort auf: ??? geschrieben von Meike am 05. Oktober 2000 14:02:06:
>Du bist ja die Expertin. :-) Leider verleitet mich das dann bekanntermaßen dazu nur noch mehr Fragen zu stellen, weil mich das so interessiert. ;-)
Wolln mal nicht übertreiben. Experte ist der Vogelarzt. Nicht, daß hier jemand was verwechselt.
>
>>Die Henne legt freilich ganz turnusmäßig weiter, als hätte es die Legenot nicht gegeben. Wichtig ist jetzt eine gute >
>Das z.B. ist mir neu. :-)Also, ich rede jetzt nicht von einer Henne, die danach halbtot ist. Nicht jede Legenot endet in der Katastrophe. Legenot ist noch nichts weiter als die Unfähigkeit, ein Ei, das sich bildet, herauszubringen. Die Henne befindet sich aber nach wie vor in Brutlust, die HOrmone wirken, die Eier werden in Abstand von zwei Tagen legereif...
Nach einer Hormonbehandlung sieht es freilich erst mal anders aus, keine Frage.
>>War die Legenot die Folge von Dauerlegerei, kann es angezeigt sein, zur Unterbrechung des Legezyklus ein Hormonpräparat ausnahmsweise zu geben. Die Wirkung hält nicht lange an, bis dahin müssen andere, konventionelle Maßnahmen greifen, die Ursache der Legerei also beseitigt werden (Verpaarung usw.).
>>
>Das weiß ich im Prinzip und ich bilde mir ein ein paar konventionelle Methoden zu kennen, wie Lichtdauer 8 Stunden, Nistmaterial, evtl. Spielzeug wegnehmen, dunkle Löcher in Schränken vermeiden etc., keine Streichekontakte und Ernährung optimieren. Gibts noch mehr? Ich kenne schon zwei Fälle (mind. einen davon kennst Du ja auch), wo das nichts geholfen hat und auch die Spritze wirklich nur wenige Tage oder Wochen gewirkt hat. An diesem Punkt ist dann meine "Weisheit" zu Ende. Was danach, wenns wieder losgeht? Zweite Spritze? Irgendwann sind die Eier ja zwangsweise deformiert und dünnschalig -> Legenot. Es kann ja nicht quasi "auf Dauer" gespritzt werden...Das ist richtig. Es gibt Fälle, da ist die Legerei zur Psychose geworden. Hier kann es notwendig sein, die Henne einmalig ein bis zwei Jungen aufziehen zu lassen. Eine Legeunterbrechung von einigen Wochen durch Brut und Aufzucht könnten diesen Teufelskreis sprengen. Man hat nur die Chance, die Henne vom Legen abzulenken und anderweitig zu beschäftigen. Langweile ist eine häufige Ursache für Legerei. Auch eine verpaarte Henne kann sich manchmal abgrundtief langweilen.
Du mußt mal sehen, daß den Tieren viel von ihrer natürlichen Beschäftigung genommen wurde: Sie müssen kein Futter suchen, keine Wanderungen unternehmen, keine Nisthöhlen suchen und ausbauen, niemanden und nichts verteidigen. Genau da muß man ansetzen. Sie beschäftigen. Das Futter in die Einstreu mengen, sie stundenlang mit Futtersuche beschäftigen, weil sie kiloweise Buchenholzgranulat umwenden müssen, um sich sattzufressen. Und wer da denkt, die Armen - sie lieben es! So beschäftigt werden sie nun dann wirklich brutlustig, wenn die Hormone es nicht anders vorgeben, also höchstens zweimal im Jahr. Dann hilft schon das Eiersitzen, um die HOrmone wieder abflauen zu lassen.
>>Aber Legenot kann auch bei gut verpaarten, jungen, auch sogar bei erfahrenen Hennen vorkommen. Ursache sind entweder >
>Interessanterweise liest man ab und zu, dass es besonders die Nymphen betrifft. Komisch. Ich kenne auch nur Nymphen und einen Wellensittichfall.Das wird dadurch verfälscht, weil besonders Nymphen zu Dauerlegerei tendieren, was bei Wellis seltener ist. So fällt eine wichtige Ursache und Gefahrenquelle fast weg. Man müßte dem gegenüberstellen, wie häufig zu große Eier gebildet werden, wie häufig zu dünnwandige und wann die Muskeln verkrampften usw.
>>Dann ist zu befürchten, daß das Ei fehlgebildet ist. Der Arzt entscheidet nach Abtasten, ggf. Röntgen, wie es entfernt wird.
>>
>Kannst Du mir die Möglichkeiten sagen, die es da gibt? Nur Operation oder? Gibts verschiedene Arten / Risiken?Es gibt immer Risiken und jeder Fall muß individuell entschieden werden. Da ist die Erfahrung des Arztes gefragt. Ist das Ei dünnschalig und weich, wird immer ausmassiert. In der Regel wird ohnehin immer erst versucht, es vorsichtig herauszudrücken.
Voraussetzung: es liegt bereits vor der Kloake und ist tastbar.
Liegt das Ei zu tief oder ist es zu groß, als daß es sich herausbewegt, muß operiert werden.
Manchmal gibt es auch eine Möglichkeit, den Inhalt eines weichschaligen Eies abzuziehen. Da kenne ich aber keine Details.
Meist gibt es nur zwei Dinge: Der Arzt versucht es mechanisch herauszudrücken, mißlingt dies, muß er operieren. Im besten Falle gelingt es gleich und das Ei bleibt heil. Geht es kaputt, muß der Arzt weitere Maßnahmen ergreifen, je nachdem, ob Schäden zu befürchten sind. Dann geht es nicht mehr um das Ei, sondern um innere Verletzungen, die er dementsprechend versorgen muß, falls...
Aber im Normalfall massiert er es eben schon vorsichtig heraus.
Gruß, Silke.