Re: Übermäßige Eiablage
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 30. Dezember 1999 12:04:09:
Als Antwort auf: Übermäßige Eiablage geschrieben von Carsten am 28. Dezember 1999 20:17:20:
Lieber Carsten,
leider habt auch Ihr Euch die Vögel zugelegt, ohne Euch vorher über die wichtigsten Dinge zu informieren, schade...
Das Antitriebmittel kannst Du getrost weglegen, bei Deinen Agas dürfte es bereits zur Psychose geworden sein, die Du damit und auch nicht mehr mit Hormonspritzen, unter Kontrolle bringen kannst.
Ich kenne den derzeitigen Gesundheitszustand Deiner Hennen nicht, kann aber sagen, daß wenn sie diesen Rhythmus noch eine Weile aufrechterhalten, sie entweder an Legenot oder an körperlicher Erschöpfung, verbunden mit akutem Mineralmangel, eingehen werden.
Als erste Maßnahme: Zwei Nistkästen hineinhängen. Die Hennen sollen zwei komplette Gelege (bis zu 6 Eiern) anlegen und bebrüten. Das bringt zwar kein Ergebnis, aber eine Legepause von mindestens 3 Wochen. Dann kannst Du (bei der bisherigen Belastung) ungefragt zusätzliche Mineralgaben über feuchtes Futter (Grünfutter, Quellfutter etc.) anbieten. Mineralpulver dieser Art gibt es bei jedem Vogelarzt. Zusätzlich natürlich Mineralsteine (ich komme mir schon vor wie das HB-Männchen, aber Merkl's Mineralsteine sind m. E. die besten derzeit auf dem Markt, sind aber leider nur in ausgesuchten Fachgeschäften oder im Futterversand erhältlich)und Sepia anbieten. Auf jeden Fall auf genügende Wärme achten, falls sie bereits Legenot-gefährdet sind.
Nach etwa 2 Wochen solltest Du das Futter auf ein Erhaltungsmaß reduzieren und Dir eine Beschäftigungstherapie ausdenken, die Hennen sind unterbeschäftigt, deshalb sind sie legewütig. Anregungen dazu gibt es in vorigen Beiträgen, also ruhig mal querlesen.
Nach etwa drei, spätestens 4 Wochen würden die Hennen neue Eier legen, die anderen sind dann schon eingetrocknet. Zu diesem Zeitpunkt sollte das Futter bereits heruntergefahren sein (Obst und Grünzeug ist natürlich erlaubt, nur Körnermischung absolut fettarm - vor allem keine Sonnenblumenkerne, aber die sollte man ohnehin lieber weglassen wegen der Verpilzung - dafür mehr Grassaaten), der Käfig und Umgebung umgestaltet und für Partner gesorgt sein. Es müssen zwei Hähne her, da beißt die Maus keinen Faden ab, sonst wirst Du das Legeproblem niemals lösen.
Ihre Hähne sollten sie bei einem regelmäßigen Freiflug kennenlernen, keinesfalls sollten sie mit ihnen zusammen irgendwo eingesperrt werden, das könnte Mord und Totschlag geben.
Wenn sie verpaart sind, wird die Dauerlegerei ein Ende haben. Natürlich kommt dann trotzdem 1 bis zweimal im Jahr Brutlust auf, die sich aber auf natürliche Weise eindämmen läßt bzw. es hilft dann auch, sie auf angestochenen (und damit unfruchtbaren Eiern) brüten zu lassen und nach 3 Wochen Kasten und Gelege zu entfernen. Wenn gleichzeitig das Futter wieder auf Erhaltungsmaß reduziert wird, flaut der Fortpflanzungstrieb schnell wieder ab.
Gruß, Silke.
PS: Die besten Beschäftigungsmöglichkeiten sind natürliche Zweige von Weide, Birke und Co, die man komplett mit Blättern (und ggf. Blüten) in die Voliere oder Käfig hängt. Da können sie sich ausgezeichnet beschäftigen.