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Re: Mauser bei Nymphies


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Geschrieben von Silke am 23. Dezember 1999 09:08:27:

Als Antwort auf: Re: Mauser bei Nymphies geschrieben von Grisu am 21. Dezember 1999 20:47:31:

Liebe Andrea, liebe(r?) Grisu,

auch wenn ich auch auf eine harmlose Mauser schließen würde, es gibt sehr wohl und zwar auch sehr gefährliche Krankheiten, die sich durch Federverlust bemerkbar machen.

Aber erst zur Mauser: Sie findet mehrmals jährlich statt und sollte - wenn keine besonderen Schwächen des Vogels vorliegen - so sanft und schonend verlaufen, daß der Vogel niemals seine Flugfähigkeit einbüßt. Auf eine ausgewogene Mineralzufuhr sollte man achten, künstliche Vitamine - gerade während der Sommerzeit - halte ich für überflüssig, weil eben auch gefährlich (Übervitaminisierung, wenn man es übertreibt und dann wird's toxisch). Wenn die Vögel an sich oft und gern Mineralsteine benutzen, braucht man sich keine großen Sorgen zu machen (besonders günstig in der Zusammensetzung ist m. E. das Merkl's Mineral Menue, welches aber nicht überall zu haben ist). Nimmt der Vogel wenig Mineralien auf, sollte man vorbeugend mit einem Mineralpulver (erhältlich beim Tierarzt) vorbeugen, welches man über frische Kräuter und ähnliches feuchtes Futter gibt.

Ist der Vogel alt oder durch Krankheit geschwächt, kann es zur Stockmauser kommen. D. h., der Vogel mausert sehr lange und seine neuen Federn bleiben oft noch lange Zeit in den Kielen stecken, so daß er ganz stoppelig aussieht. Eine Stirnglatze kommt dabei häufig vor.

Durch ähnliche Gründe kann es auch zu einer besonders schweren Mauser kommen, da verliert der Vogel so viele Schwungfedern, daß er schlecht fliegen kann.

Stockmauser und besonders schwere Mauser kann auch durch Zug, Nikotin etc. verursacht werden.

Mausernde Vögel kann man dabei unterstützen, indem man sie täglich mit einer warmen Blumenspritze duscht, dann rollen sich die neuen Federn besser und schneller aus. Danach sollte das Zimmer natürlich niemals kalt oder zugig sein.

Nun zu den Krankheiten, eine ist besonders tückisch, aber bei kleinen Vögeln sehr, sehr selten: PBFD (Parrots Beak- and Feather Disease). Da verlieren die Vögel unerklärlicherweise sehr viele Federn (besonderes Alarmzeichen sind kahle Köpfe bei Einzelvögeln). Im späteren Stadium ist der Vogel nackt und zeigt schwere Verformungen des Schnabels. Diese Krankheit ist hochansteckend und kann sogar über Gefiederstaub, der an der Kleidung des Besitzers haftet, auf andere Tiere übertragen werden. Eine Rettung des betroffenen Vogels ist nicht möglich, er muß getötet werden. Die Inkubationszeit der Infektion kann mehrere Monate betragen, der Test auf PBFD kann nur in wenigen Speziallabors durchgeführt werden und ist - wie ich mir habe sagen lassen - nicht immer zuverlässig (ob es an den Labors lag oder wie auch immer, vermag ich nicht zu sagen). Besonders betroffen sind große Kakadus, aber auch andere Vögel werden von diesem Virus befallen.

Nun rennt aber nicht gleich los und befürchtet bei jeder ausgefallen Feder gleich PBFD! Dieser Erkrankung ist gefürchtet, kommt aber bei kleineren Papageien sehr, sehr selten vor. Außerdem zeigen die ausgefallenen Federn veränderungen am Federkiel, er ist verkürzt, verstümmelt, verformt. Betroffenen Vögeln lassen sich die Rückfedern ausziehen, ohne daß sie große Schmerzen spüren. Der Kiel ist eingetrocknet und nicht mehr durchblutet, also wie tot.

Ach ja, es gibt aber auch noch andere, weniger spektakuläre Infektionen bzw. Parasiten, die ebenfalls das Gefieder schädigen, die kommen eher einmal vor.

Deshalb: für gute Mauserbedingungen sorgen, Stockmauser erkennen und überlegen, was man verbessern könnte. Bei hartnäckigem Federverlust Rupfen abklären bzw. ausschließen bzw., wenn Kahlstellen im Gefieder auftreten, einen Vogelspezialisten aufsuchen, damit er prüfen kann, ob sich Parasiten eingenistet haben...

Gruß, Silke.




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