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Re: AN SILKE - Re: Wer kann mir einen Rat geben?


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Geschrieben von Silke am 15. Dezember 1999 18:16:46:

Als Antwort auf: AN SILKE - Re: Wer kann mir einen Rat geben? geschrieben von Claudia am 14. Dezember 1999 21:53:27:

Hallo Claudia,

>Denn bei meinen Nymphen ist genau das gleiche Problem damals gewesen. Das Männchen ist sehr dominant und das Weibchen absolut friedfertig und lieb. Trotz alledem wurden Junge aufgezogen.

Natürlich arragieren sich viele Nymphen und auch Wellis im Laufe der Zeit, es ist aber keine absolut harmonische Beziehung. Daß Junge gezeugt werden, wird durch die Instinkte und die "biologische Uhr" bestimmt. Und wenn die Beziehung auch nur einigermaßen ertragbar ist, wird die Natur siegen.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß diese Bindung weniger fest ist und ein Partner, wenn er erst einmal die Möglichkeit hat, den anderen von einen Moment auf den anderen sitzen läßt. Das habe ich selbst oft persönlich erlebt. Allerdings, wenn die Vögel lange zusammen sind und auch eine gemeinsame Basis gefunden haben, im Alter auch etwas ruhiger und ausgeglichener werden, renkt sich vieles ein, was zu Beginn ein wahrer Krampf war. Allerdings bin ich der Meinung, sollte man nachregeln, wenn man gleich zu Beginn merkt, daß das Paar keine rechte Harmonie entwickelt. Nymphen freunden sich normalerweise nach wenigen Wochen endgültig an und manchmal brauchen sie auch nur Stunden (das ist aber selten und die berühmte Liebe auf den ersten Blick), bis sie schnäbelnd und kraulend zusammen in der Ecke sitzen.

Eine wirklich harmonische Nymphenbeziehung - und hier werden mich sicherlich auch einige Halter absolut bestätigen können - geht einher mit Kraulen und viel Zärtlichkeit - auch außerhalb der Balzzeit. Streitigkeiten sind eher selten und kurz und flüchtig, ernster Streit kommt niemals vor.

Das Weibchen kann sich, wenn das Männchen zu sehr nervt, auch gut zur Wehr setzen.

Das ist die Basis, auf der beide zusammen leben - sie hat es gelernt, sich durchzusetzen.

Streit kommt allerdings nicht so oft vor. Wenn er sie anbalzt, sind die beiden Turteltauben dann immer zusammen.
>Mittlerweile habe ich die beiden schon 5 bzw. 6 Jahre. Sie können den ganzen Tag fliegen und dann wenn es wirklich mal Streit gibt auch mal aus dem Weg gehen.

>Wenn meine Nymphen sich nicht sehen (in verschiedenen Räumen) dann wird nach dem Partner geschrien, was das Zeug hält. Also müssen doch auch Sympathien da sein???

Das ist leider überhaupt kein Indiz, auch wenn ich Dir jetzt nicht mit Gewalt einreden will, daß Deine Nymphen nicht miteinander können (das ist eine ganz andere Konstellation, siehe restliche Mail). Die beiden haben sich mit der Zeit doch arrangiert. Jedoch kenne ich zahlreiche Fälle (jetzt nicht allein auf Nymphen bezogen), in denen man die Vögel weder trennen, noch zusammenhalten konnte. Waren sie allein, litten sie sofort unter Einsamkeit, ja schrien - logischerweise - sobald sie sich aus den Augen verloren, führte man sie zusammen, unterdrückte der eine den anderen. Erst die konsequente Trennung und Neuverpaarung hat auf Dauer wirklich den gewünschten Erfolg gebracht.

Übrigens ist es absolut normal, daß Nymphen, die sich nicht sehen, aber hören, unglaublich laut rufen. Es ist der Kontaktruf, der vom Prinzip her heißt "Komm her". Und weil jeder den anderen zu sich ruft und selbst nicht wegkann, steigern sie sich natürlich hinein. Vögel, die man also trennen will muß man nicht nur sichtmäßig, sondern vor allem hörbar trennen und das ist nicht leicht. So lange sie den anderen noch hören, werden sie sich nicht beruhigen.

Das Problem ist nicht DER fehlende Partner, sondern die Einsamkeit an sich. Würden die Vögel in einem Schwarm leben, gäbe es das Problem gar nicht - die Paare würden sich zusammentun oder trennen, wie es die Sympathien mit sich brächten. Auch ein Vogel, der den ihm zugedachten Partner nicht möchte, wäre nie allein - aber bei der Wahl zwischen Einsamkeit und einem sehr dominanten Partner sucht man eben den Partner, das ist völlig normal.

>Irgendwie fand ich Deine Mail sehr drastisch, zumal Maren ihre Tiere schon seit fast einem Jahr hat.

Oh, das war gar nicht so gemeint, das scheint sicherlich nur so..

Schließlich hängt sie auch sehr an den Tieren (ok ist vielleicht aus dieser Sicht egoistisch - aber wahr).

Ich meine doch gar nicht, daß sie einen Vogel weggeben soll, ganz und gar nicht. Wenn sie sich entschließen könnte, beide neu zu verpaaren, wäre das ohnehin am allerbesten. Egal wie innig oder flüchtig die neuen (oder alten) Beziehungen wären, im Schwarm relativiert sich jeder Charakter. Niemals kann ein einzelner Vogel einen einzelnen unterdrücken usw. Sie leben an sich im Schwarm immer harmonischer.

Ich könnte meine Tiere auch um nichts in der Welt hergeben. Aber einen Vorschlag hast Du ihr nicht gemacht, sie könnte sich doch rein theoretisch 2 andere Nymphen dazu holen.

Das ist ein echtes Versäumnis und mir noch gar nicht aufgefallen. Normalerweise schreibe ich das immer und biete den Tausch als Alternative an, wenn man Platzmangel befürchtet. Da hast Du absolut recht. Aber es war keine Absicht. Sicherlich ist mir das gestern in der Eile absolut untergegangen. Sorry.

>Das wollte ich nur mal kurz loswerden.

Danke für den Hinweis...

Gruß, Silke.




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Eva Marbach      mogel.com


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