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Re: Zu spät reagiert?!


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Geschrieben von Silke am 01. Dezember 1999 09:11:27:

Als Antwort auf: Re: Zu spät reagiert?! geschrieben von Heide am 01. Dezember 1999 00:23:00:

Liebe Heide,

>Meinem noch lebenden Weibchen geht es auch heute schon wieder besser als die letzten Tage.

Das ist erfreulich... Es wäre wirklich wünschenswert, daß es eine "normale" Lungenentzündung oder ähnliches war... Auf jeden Fall solltest Du sehr sorgfältig vorgehen und lieber eine Nachuntersuchung mehr als zuwenig machen. Um eine Kotprobe analysieren zu lassen, muß man ja nicht den Vogel durch die Gegend tragen.

Auf jeden Fall werde ich mit Ihr jetzt erst Mal zum Vogeltierarzt gehen und Sie und den Kot untersuchen lassen. Ihre körperliche Verfassung ist recht gut, meine Vögel können den ganzen Tag im Zimmer rumfliegen und sind dementsprechend recht gut duchtrainiert.

Wichtig ist, dem Vogelarzt die Symptome der verstorbenen und die - bereits verblaßten - Symptome der anderen Henne deutlich zu schildern, damit er die Situation richtig einschätzen kann. Es ist immer schwierig, im Nachhinein etwas zu beurteilen, was man selbst nicht gesehen hat.

Ich hoffe die Diagnose Psittakose läßt sich ausschließen,

Ich hoffe es auch. Allerdings hörte sich Deine Beschreibung wirklich sehr verdächtig an und ich bin nicht so schnell dabei, solch einen Verdacht zu äußern, wenn ein Welli irgendwelche Erkältungszeichen zeigt. Aber es ist sehr typisch für Psittakose, daß sie Zeichen einer schweren Lungenentzündung zeigen und innerhalb kürzerer Zeit verfallen. Auch die Tatsache, daß das zweite Weibchen auch kurz darauf erkrankte und die, daß das verstorbene noch sehr jung war - die Inkubationszeit ist sehr lang bei Psittakose - muß einem zumindest verdächtig vorkommen. Da ist es besser, einmal zuviel zu testen als einmal zu wenig.

Ich fürchte nur, ich werde es nicht fertig bringen meine kleine Grüne wieder auszubuddeln und untersuchen zu lassen.

Kann ich verstehen. Deswegen sollte man sich am besten immer gleich, wenn solch eine Geschichte passiert, zu einer Sektion entschließen. Keine Bange, man bekommt den Vogel nicht in Einzelteilen zurück. Manchmal genügt ein einfacher Bauchschnitt (gerade bei einer Geschwulst), um zu sehen, ob es ein Tumor ist etc. Der Arzt prüft die Organe und kann kleine Proben von Gewebe nehmen, um bakteriologische Untersuchungen zu veranlassen etc. Wenn Du das Tier zurückbekommst, siehst Du kaum, daß man an ihm herumgeschnitten hat.

Wenn der Arzt allerdings ebenso besorgt reagiert, solltest Du - vorausgesetzt, er schätzt selbst ein, daß man an dem Körper noch etwas erkennen kann, leider ist es ja nicht ganz so kalt - vielleicht doch noch einmal darüber nachdenken...

Auf jeden Fall lasse ich sie kaum noch aus den Augen und habe den Käfig den ich immer für die Nacht an einen anderen Ort(Flur)gestellt habe, ich muß leider in dem Zimmer schlafen, an einen sicher nicht zugigen Ort gestellt.

Indem Du Tag und Nacht darüber wachst, kannst Du kaum etwas bewirken. Da bringen zielgerichtete Untersuchungen einfach mehr. Und natürlich ein bißchen Vorsicht im Umgang mit ihnen. Falls eben doch eine gefährliche Infektion vorhanden ist.

Eine Frage habe ich noch bezüglich der Käfigdesinfektion mit geeignetem Präparat:

Ach ja. Nun. Es gibt im Zoofachhandel ein Präparat, das heißt Baktazol. Mit diesem könntest Du eine einmalige Desinfektion vornehmen. Dabei solltest Du es dann aber auch belassen und nicht ständig desinfizieren, sonst erreichst Du genau die gegenteilige Wirkung. Du kannst aber auch erst einmal abwarten, was der Befund sagt. Auf zwei, drei Tage mehr oder weniger kommt es ja nicht an. Die Einstreu etc. solltest Du aber auf jeden Fall erneuern.

Ansonsten werde ich noch berichten wie es mit meinen Wellis weiter gegangen ist.

Ja, bitte. Ich drücke Euch allen die Daumen.

Ansonsten: Psittakose ist vielleicht ein Alptraum, weil die Krankheit so umständlich zu behandeln und die Vorsichtsmaßnahmen so umfangreich sind. Aber sie ist behandelbar und wenn es Deinen Vögeln noch recht gut geht, werden sie auch das Antibiotikum gut überstehen. Voraussetzung dafür ist eben nur eins: eine rechtzeitige Diagnose.

Gruß, Silke.




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Eva Marbach      mogel.com


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