Re: Sehbehinderter Wellensittich
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 23. November 1999 13:51:38:
Als Antwort auf: Re: Sehbehinderter Wellensittich geschrieben von Nicole am 23. November 1999 13:09:19:
Liebe Nicole,
das hört sich wirklich sonderbar an... Es ist aber auch irgendwie widersprüchlich und verlangt m. E. nach einer Expertise.
Licht- und Schattensicht reicht nicht aus, als daß der Vogel sich im Flug orientieren könnte. Er würde also ständig gegen Gegenstände fliegen oder ganz das Fliegen vermeiden. Umgedreht kann man das Sehen, wie wir Menschen es tun, nicht auf den Vogel übertragen, dessen Augen ganz anders funktionieren und ein ganz anderes Sehvermögen haben. Verminderte Lichtreflexe gibt es auch in der Humanmedizin und die Ursachen liegen oft nicht in den Augen, so können Herzerkrankungen etc. Pupillenerweiterungen verursachen. Deswegen sehen die Leute aber nicht schlechter.
Natürlich erklärt das nicht, warum der Vogel nicht den Kopf wegdreht, wenn man ihm in die Augen "pieken" will. Ein Schock wäre wohl wenig wahrscheinlich, außerdem verengen sich die Pupillen im Schock.
Eine Trübung der Pupillen hätte die Tierärztin doch sicher erkannt? Aber was meint sie mit Tumor? Ein Tumor des Auges wäre sichtbar, ein Hirntumor löst noch ganz andere Auffälligkeiten aus, z. B. epilleptische Anfälle. Daß ein Tumor immer kürzester Zeit wachsen muß, ist dagegen nicht gesagt, mancher benötigt viele Monate, um den Vogel richtig im Griff zu haben. Drei Monate sind da noch keine sooo lange Zeit.
Wenn er fliegt, fliegt er sehr langsam
trotzdem bin ich der Meinung, daß er sooo schlecht nicht sehen kann, sofern er überhaupt fliegt und einen sicheren Landeplatz findet, das verlangt eine höhere Sehleistung als Du Dir jetzt vielleicht denkst...
(vor September war er ein sehr rasanter Flieger, ist aber nirgendwo vorgeflogen) und landet wie ein Hubschrauber.
Gut, er flattert auf der Stelle, um den Landeplatz zu sondieren. Das alles zusammen deutet schon auf ein Problem hin...
>Die Tierärztin konnte keine richtige Diagnose stellen, weil sie noch nichts von blinden Wellensittiche wußte.Oh doch, es gibt sie... Natürlich in erster Linie durch Unfälle oder sehr hohes Alter. Da läßt irgendeine Organfunktion immer mal nach. Aber es gibt auch Linsentrübungen etc.
>Das die Tierärztin nichts von blinden Vögeln weiß liegt daran, weil die meisten Menschen gar nicht die Sensibilität dafür haben und es gar nicht merken würden, wenn ihr Vogel nichts mehr sieht.Ein Mensch, der an seinem Tier hängt und sich viel mit ihm beschäftigt, merkt sofort jede Veränderung. Es fragt sich nur, ob er dem Bedeutung beimißt.
Die meisten Leute halten es ja sowiso für überflüssig mit einem Wellensittich zum T-arzt zu gehen.
Das stimmt, aber den Leuten sollte man auch ab und zu einmal das Messer auf die Brust setzen, sie sind dazu gesetzlich verpflichtet und wenn sie es absolut nicht einsehen, ist hier der Amtstierarzt gefragt.
>Ich finde diese Einstellung zum K...!
Keine Frage.
Ja, Nicole, eine wirklich schwierig zu beurteilende Geschichte. Ich fürchte, da hilft nichts, außer einen wirklich vogelspezialisierten Arzt zu betrauen. Solange die Diagnose nicht klar ist, gibt es wohl kaum etwas, was Du für die Heilung des Problems tun kannst. Daß eine Heilung absolut möglich ist, kann man auch nicht einmal sagen.
Als kleinen Trost: Auch ein blinder Welli kann ein glücklicher Welli sein und Deiner ist definitiv nicht einmal blind, wenn vielleicht auch etwas eingeschränkt sehfähig. Wichtig ist der Kontakt zu seinem Partner und viel Bewegungsfreiheit.
Mit einigen nötigen Vorkehrungen kann man auch einem blinden Welli ein gefahrloses und erfülltes Leben bieten. Die Natur hat diese kleinen Tierchen zu Kämpfern geformt, sie sind stets bemüht, körperliche Mankos durch besonders angepaßtes Handeln auszugleichen und leben damit nicht schlecht.
Gruß, Silke.