Re: Aufgeregter Welli
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 02. November 1999 14:19:09:
Als Antwort auf: Re: Aufgeregter Welli geschrieben von Elke am 28. Oktober 1999 20:40:14:
Sorry Elke,
daß ich jetzt erst wieder reingucke, aber ich habe viel zu tun zur Zeit...
>Die Iris von beiden Vögeln ist grau.
Wenn tatsächlich ein heller Ring (weiß oder grau) um die schwarze Pupille zu sehen ist, handelt es sich um ausgewachsene Vögel.
> Neue Alte
>Haut an Füßen rosa GraublassWenn das jetzt hier die Zuordnung zu dem Alt- bzw. Neuvogel ist, dann müßte der neue Vogel, sofern er ein Weibchen ist, eine rosige bis beige Nasenhaut haben, bei Brutlust entsprechend rostrot bis dunkelbraun.
>Schwanz gleich Lang
>Körpergröße Bedeutend Größer als der AlteWenn ich Dich richtig verstehe, handelt es sich um je einen Standardsittich (Neuvogel) und einen Hansi-Bubi-Welli (Altvogel). Daß Du den Schwanz des Neuen als ebensolang beschreibst, dürfte daran liegen, daß Schwanzfedern fehlen (Mauser?). Alternativ: Die Schwanzfedern sind tatsächlich komplett, aber der Irisring ist nicht hell (Du hast Dich also verguckt) und das Tier ist tatsächlich ein nestjunges Tier. Oder er ist gerade IN der Jugendmauser, d. h. die Iris hat sich schon gezeigt, aber die Schwanzfedern wachsen demnächst noch länger nach.
Typisches Unterscheidungsmerkmal zwischen Standard- und Hansi-Bubi-Sittich: Guck Dir mal die Füße an. Wenn der neue tatsächlich ein Standardsittich ist, sind seine Füße viel größer und stärker als die des alten. Das sieht dann wie die Füße eines Riesenbabies aus und tatsächlich, so ist es auch für den alten Vogel. Da hat ihm jemand einen riesigen, schlecht erzogenen Jungwelli in den Käfig gesteckt!
>Nase blau mit rosa Schimmer dunkelblau
Das paßt nun wieder nicht zusammen... Wenn der Neue eine "blaue Nase mit rosa Schimmer" haben soll, geht das eigentlich nicht. Nach den rosa Füßen ist er rosighäutig. Das heißt, als Weibchen wäre die Nase deutlich rosa (nicht nur Schimmer), als Männchen wäre sie deutlich blau. Ich gehe einmal davon aus, daß sie deutlich blau ist. Was Du mit dem rosa Schimmer meinst, kann ich mir so nicht vorstellen. Vielleicht ist sie noch nicht restlos ausgefärbt, aber dann ist doch die Umfärbung in ein klares Blau deutlich zu sehen.
Das hieße, es sind beides Männchen. Wobei das neue vielleicht aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit und eines höchstwahrscheinlich recht kecken Charakters dem alten gleich seinen Futternapf streitig macht. Dann muß es aber ein ganz schönes Kaliber sein, wenn er als nestjunger Hüpfer in fremder Umgebung als Männchen so dreist vorgeht.
>Farbe Hellblau mit
> Grünlichem Schimmer Grün mit
> Hellgelben Kopf Dunkelgelben KopfWenn die Farben insgesamt noch recht blaß wirken, könnte dies bei dem neuen ebenfalls dafür sprechen, daß er die Jugendmauser noch nicht ganz hinter sich hat. Allerdings ist dies Kaffeesatzlesen - wie eigentlich alles, wenn man den Vogel nicht selbst begutachtet - denn es gibt eine Vielzahl "blasser" Farbschläge. Nicht zuletzt Zimter wirken durch ihre hellere Wellenzeichnung oft blasser, auch strahlen die Farben nicht so kräftig, da sie oft leicht bräunlich überhaucht schimmern.
>Der alte lässt sich jetzt nicht mehr soviel gefallen. Er trickst den "Aufpasser" aus, indem er wartet bis er Fressen , Saufen geht oder sich puzt und büchst dann aus. Wenn ich vor dem Käfig stehe geht der neue immer einige Schritte zurück und der Alte Reagiert schnell und fliegt auf meine Schulter. Dann kommt der neue schnell hinterher und "schimpft". Sie kommen auch schon alle beide zur Raubtierfütterung auf die Hand. Sie haben alle beide noch Schwierigkeiten, mit der Entdeckung von etwas neuem. Aber das bekommen wir auch noch hin.
Das ist doch in Ordnung. Zu guter Letzt ist doch alles okay, was nicht einen einzelnen unterdrückt oder abseits stellt. Die beiden werden sich arrangieren, wie's scheint. Der neue ist zwar ein riesiger Lausbub für den alten, dafür kennt er die Umgebung besser und ist daher auch zutraulicher, wo der neue ja noch etwas kneift.
Da es zwischen Hähnen nur ganz, ganz selten schwerwiegendere Unverträglichkeiten gibt, ist es kein Problem, denke ich.
Lediglich wegen der körperlichen Überlegenheit solltest Du einmal ein Auge darauf werfen. Manchmal drängen die körperlich überlegenen Tiere die schwächeren zur Paarung, was diese - sofern gleichgeschlechtig - selten gut finden. Das passiert üblicherweise von unverpaarten Altvögeln. Wie es umgedreht ist, wenn der Jungvogel stärker ist....? Da dürfte aber der Paarungstrieb eigentlich noch nicht so ausgereift sein.
Ein gesunder, kräftiger Hahn wird dem liebestollen Troubardur aber seine Grenzen zeigen, indem er den stolzen Gockel mit einigen Schnabelhieben fernhält. Wenn Dein anderer Hahn also ein gesundes Selbstbewußtsein hat, wird er sich seiner Schwanzfedern also schon erwehren.
Fällt mir nur so ein, weil wir ja über's Balzen auf das Thema mit den Geschlechtern und Co. gekommen sind. Daß Hähne sich gegenseitig anbalzen ist dagegen völlig normal. Und wenn sie sich füttern, ist das auch nicht schlimm, nein das gehört sogar zum Sozialkontakt und ist natürlich Ersatzhandlung, weil das passende WEibchen fehlt.
Lediglich, wenn man sieht, daß einer ständig den anderen besteigen will und dieser seiner nicht so recht Herr wird (was aber höchst selten ist und meistens Ursache in einer Behinderung hat, also, daß der Vogel nicht so flink wie der Aufdringliche ist), müßte man sich etwas einfallen lassen.
Ansonsten können sich zwei Vögel mit ihrer Balzerei hervorragend und stundenlang beschäftigen... Besonders Hähne drehen dann auf und versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Das hat dann allenfalls negative Folgen für das Trommelfell der Anwesenden.
Fest verbandelte Pärchen dagegen vollführen ihre Schmusestunden doch eher leiser und inniger und kraulen sich stundenlang oder säuseln sich einfach nur etwas vor und schnäbeln.
Gruß, Silke.