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Re: Zugeflogener Welli ist gestorben


[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ]


Geschrieben von Silke am 11. Oktober 1999 um 11:02:01:

Als Antwort auf: Zugeflogener Welli ist gestorben geschrieben von Claudia am 10. Oktober 1999 um 22:49:24:

Liebe Claudia,

das sind nun recht viele Fragen auf einmal, aber fangen wir mal vorne an...

Zunächst, tut mir leid, daß der Vogel gestorben ist.

Weiterhin, wenn der Zustand des Vogels schon so schlecht war, hätte sicherlich auch ein anderer Arzt ihn nicht erfolgreich behandeln können. Solch ein kleines Lebewesen hat sehr begrenzte Kraftreserven. Wer weiß, wie lange er die Infektion schon hatte und wie ausgezehrt er schon war (gut, das wußte der Arzt). Es war sicherlich richtig, ihn zu behandeln und nicht gleich einzuschläfern, wenn die Erkrankung selbst grundsätzlich behandelbar ist. Daß der Erfolg garantiert ist, heißt das natürlich nicht.

Einzig und allein stutzig macht mich natürlich die Bemerkung der Ärzte in der Taubenklinik, die aufgrund des schwachen Zustandes des Vogels ihn nicht untersuchen wollten - eine Kotprobe hätten sie jederzeit und in jedem Zustand nehmen können. Hier sicherlich hätte ggf. eine frühere Diagnose gestellt werden können. Ob diese Galgenfrist aber für den Vogel gereicht hätte, sei dahingestellt...

Zu den Tierarztkosten: Natürlich stellt der Tierarzt seine Kosten in Rechnung, egal, ob seine Behandlung zu guter Letzt erfolgreich war oder nicht. Und das ist berechtigt, denn auch er hat Kosten gehabt, abgesehen von seiner Arbeitszeit nämlich die Medikamente, mit denen er das Tier behandelt hat. Das heißt natürlich nicht, daß der Finder des Tieres sie bezahlen muß. Zuständig ist immer die Gemeinde- oder Stadtverwaltung des Ortes, wo der Vogel gefunden wurde. Sie muß die Rechnung tragen.

Wäre der Vogel geheilt worden, hättest Du ihn allerdings nicht automatisch behalten dürfen, denn er gehört nach wie vor seinem ehemaligen Besitzer. Du hättest ihn also ohnehin zunächst in einem Tierheim vorstellen müssen. Meldet sich der Besitzer innerhalb der nächsten Zeit (wie lange die Frist ist, kann ich Dir jetzt nicht sagen) nicht, kannst Du ihn übernehmen. Trägt der Vogel kein Erkennungszeichen (Ring), sieht die Sache natürlich anders aus. Umgedreht: durch die in Deutschland herrschende Kennzeichnungspflicht wird es sehr selten sein, daß einem ein unberingter Sittich zufliegt.

Anhand der Ringnummer läßt sich dann der Züchter ausmachen, von diesem ausgehend wiederum der Käufer... usw. Ist der Vogel also zwischendurch nicht xmal privat weitergegeben worden, läßt sich der letzte Besitzer schnell ausfindig machen. Will dieser in dann nicht mehr haben (weil er Züchter ist und fürchtet, sich böse Infektionskrankheiten in die Voliere zu holen etc.), ist die Sache auch wieder klar, dann ist er geschenkt...

Ich hoffe, daß ich Dir doch einiges beantworten konnte...

Gruß, Silke


>Hallo ihr Lieben!
>Wollte Euch nur informieren, daß das Welli-Weibchen letzte Woche leider gestorben ist.
>Letzt Woche Donnerstag haben wir den Piepmatz auf der Straße gefunden. Einen Tag später war ich bei der Taubenklinik um den Vogel auf Würmer und Psittakose durchchecken zu lassen. Der Doc meinte, daß der Vogel zu geschwächt für solche Tests wäre aber sich bald wieder erholen wird.
>Samstag fingen dann Lähmungserscheinungen in den Beinen an. Abends sind wir dann von Velbert nach Leverkusen (ca. 50 km) zu einem Spezialisten gefahren. Der Piepmatz hatte Spulwürmer. Als der Verdauungstrakt wieder in Gang kam, der Vogel hat verständlicherweise von Donnerstag an viel gefressen, sind die Würmer wieder in Aktion gekommen. Die Würmer entziehen dem Vogel das lebensnotwendige Vitamin B. Dadurch sind dann die allmählichen Lähmungserscheinungen aufgetreten. Leider leider konnte dem kleinen Piepmatz nicht mehr geholfen werden. Das Tier war zu allem Übel auch noch sehr jung. Die Kleine hatte nicht viel vom Leben, wer weiß was sie schon alles durchgemacht hat. Gott sei Dank habe ich den Findling von meinen Vögeln ferngehalten. Das hätte mir auch noch gefehlt, wenn die jetzt auch noch Würmer hätten.
>Übrigens, auch wenn das meistens ein Tabu-Thema ist, ich habe die Tierarztkosten nicht übernehmen müssen. Ich habe der Arzthelferin am Telefon gesagt, daß wir den Vogel gefunden haben und ich nicht einsehen würde für ein totes Tier (klingt vielleicht hart) die Kosten zu übernehmen. Hätte der Piepmatz überlebt, hätte ich die Kosten auf jeden Fall übernommen. Die Arzthelferin fragte mich, ob ich denn vorgehabt hätte den Vogel zu behalten. Dumme Frage, soll ich ihn wieder fliegen lassen! Nachdem ich sie gefragt habe, ob das Verhalten (einem Lebewesen das Leben zu retten) mit teuren Tierarztkosten bestraft wird, haben sie auf eine Erstattung verzichtet.
>Soweit ich weiß, braucht man die Kosten für ein gefundenes Tier nicht übernehmen (zumindest nicht, wenn man es behalten will)! Oder kennt sich da jemand besser aus, laß mich gerne belehren?!
>Kennt sich jemand mit prophylaktischen Entwurmkuren aus. Hätte der Tierarzt in der Taubenklinik das geschwächte Tier trotzdem entwurmen können (einfach auf Verdacht?)
>Der andere Tierarzt meinte, daß Würmer bei jungen (zugeflogenen) Vögeln oft auftreten. Die jungen Tiere wären viel anfälliger für Würmer. Wäre nett, wenn mir jemand dazu mal schreiben könnte. Denn ich möchte mit dem Doc aus der Taubenklinik mal darüber sprechen. Da ich meine Piepmätze auch immer zu dem Arzt bringe (und meine Vertrauen ein wenig erschüttert ist) wüßte ich nur zu gerne, ob der Tod des Wellis hätte vermieden werden können.
>Warte gespannt auf Antwort
>Liebe *und auch traurige* Grüsse
>Claudia





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