Re: Neuer Welli
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Tom am 23. August 1999 at 21:13:27:
Als Antwort auf: Re: Neuer Welli geschrieben von Silke am 23. August 1999 at 11:20:41:
>>Mir ist vor 14 Tagen ein Welli zugeflogen. Er war sofort zutraulich und kam auf die Hand, aber nur wenn ich die Hand in den Käfig gehalten habe. Lasse ich die Tür auf, kommt er noch lange nicht raus. Es befindet sich ein Glöckchen, eine Schaukel und eine Knabberstange im Käfig, die er ständig attakirt. Ist das nun Spielen oder mag er es einfach nicht?
>Daß er den Käfig nicht verläßt, bedeutet eigentlich, daß er sich darin am sichersten fühlt. Da er aber außerdem sogar handzahm ist, läßt mich diese Unsicherheit nur vermuten, daß der Standort ganz und gar ungünstig gewählt ist. Der beste Standort für einen Wellikäfig ist in einer hellen, zugfreien Zimmerecke in Augenhöhe und nicht unmittelbar neben einem oft benutzten Gang. Die Küche ist für Vögel übrigens gänzlich ungeeignet: Bratendunst oder gar Teflonausdünstungen gefährden die Gesundheit des Vogels, Vibrationen von Kühlschränken - wenn der Käfig obenauf steht - können als bedrohlich empfunden werden.
>Daß der Vogel sein Spielzeug attakiert, bedeutet, daß er die ersten Symptome einer typischen einzelhaltungsbedingten Verhaltensstörung zeigt, nämlich einer völlig artuntypischen Aggressivität. Man könnte es in etwa mit der Reaktion eines völlig isolierten Menschen vergleichen, der in seiner Einsamkeit alles um sich herum zerstört. Sozusagen ein beginnender Wahn.
>Das resultiert daraus, daß der Vogel das Glöckchen und andere Gegenstände arttypisch anspricht, aber keine erwartete Reaktion bekommt. Es ist dasselbe, als wenn ein Mensch etliche Leute um etwas befragt, aber ständig ignoriert wird, das löst Wut aus. Genauso reagiert der Vogel sich an den Gegenständen ab, hackt sie oder attackiert sie vielleicht sogar mit Fußtritten.
>An dieser Stelle wäre es sehr wichtig, ihm einen Partner zuzuführen, denn je ausgeprägter dieses Aggressionspotential ist, desto schwieriger wird sich dieser Zustand normalisieren lassen, da er ggf. auch den Artgenossen in gewohnter Manier grob behandeln wird. Dieser wird entsprechend darunter leiden oder aber ihn ebenso aggressiv abwehren, um sich zu verteidigen. Für ein Weibchen wäre dies besonders fatal, denn dem Instinkt nach greift ein Männchen ein Weibchen nie an, sondern weicht der weiblichen Dominanz. Seine Reaktion würde das Weibchen also völlig unvorbereitet treffen. Ein männlicher Artgenosse sollte also u. U. bevorzugt werden, natürlich kann man es auch mit einem Weibchen probieren, sollte aber etwas Fingerspitzengefühl dabei beweisen (zunächst getrennte Käfige etc.).
>Gruß, Silke.Hallo Silke
Mein Welli steht den ganzen Tag im Fenster. Er steht zwar nicht auf dem Kühlschrank, aber es fahren bei uns andauernd schwere Güterzüge vorbei, die auch eine erschütterung machen. Er fängt jetzt an in der offenen Tür zu sitzen und zu singen.
Gruß, Tom