Re: Altersbestimmung bei Wellis?
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 13. Juli 1999 at 11:14:19:
Als Antwort auf: Re: Altersbestimmung bei Wellis? geschrieben von Claudia am 13. Juli 1999 at 09:40:26:
Ich habe es zunächst für eine ungenaue Beschreibung gehalten, bin jetzt aber stutzig geworden.... Die Wellenzeichnung, die sich nach der Jugendmauser verliert, in der übrigens auch die Blaufärbung der Nasenhaut "ausreift", weil dann ja die Ausschüttung der erforderlichen Hormone in Gang kommt, der Vogel kommt also sozusagen in die Pubertät;-), ist jene oberhalb der Nasenhaut. Im Nacken bleibt sie bei normalgezeichneten Vögeln erhalten. Der Vogel verliert also seine Wellenzeichnung nicht am Hinterkopf, sondern an der Stirn.
Ein weiteres Anzeichen dafür, daß es sich bei dem Vogel um einen mit Jugendgefieder gehandelt hat, wäre, wenn das Folgegefieder länger wäre (Schwanz- und Schwungfedern), sowie farbkräftiger. Die Ausfärbung des Gefieders erfolgt ebenfalls erst richtig mit der Jugendmauser.
Es gibt aber auch Farbschläge, bei denen ein "Nackenfleck", also ein wellenloser Fleck am Hinterkopf typisch ist, so z. B. beim Australischen Schecken oder Bandschecken, wie er auch oft wegen seines hellen Bauchbandes genannt wird. Und dann gibt es noch zahllose Vermischungen verschiedenener Farbschläge.
Jungvögel besitzen übrigens auch noch nicht die weiße Iris, die sich erst mit dem Älterwerden ausprägt, aber das passiert so allmählich, daß man auch bei einem jungen erwachsenen Vogel sie nicht gleich sofort sieht.
Bei erwachsenen Vögeln, die keinen Ring tragen, muß man sich auf das Augenmaß verlassen, was aber mächtig täuschen kann, denn ein sehr junger, ungepflegter Vogel wirkt manchmal recht alt.
Im allgemeinen sind junge Vögel sehr ausgelassen und toben wild, richtig alte Vögel sind meistens etwas gesetzter und - bei den Weibchen - auch oft weniger zänkisch als junge. Je jünger ein Vogel, desto glatter liegen die feinen Hautschüppchen an den Füßen an, desto glatter und glänzender ist das Gefieder. Ältere Vögel haben mitunter Mauserstörungen, wirken deshalb etwas ruppiger in der Mauser als junge - wobei es ja auch Schwankungen innerhalb der Mauserintensität gibt, aber im direkten Vergleich innerhalb desselben Zeitraumes - irgendwie mausern meist alle Vögel gleich stark, also einmal alle sehr stark, dann alle relativ schwach usw.- sieht man den Unterschied m. E. schon.
Ältere Vögel haben eine deutliche weiße Iris, sofern vom Farbschlag her die Veranlagung da ist.
Je älter ein Weibchen ist, desto schrumpliger wird die Nasenhaut. In den ersten zwei Jahren ist sie meist glatt und rosig, wird dann immer rauher und dunkler, wobei es ja auch hier die hormonellen Schwankungen gibt, wonach in der Brutzeit die Nasenhäute dunkler und schrumpliger sind. Auch je nach Farbe gibt es mehr rosigere und mehr hellbeigere Nasenhäute, ebenso wie die Haut an den Füßen bei einigen Vögeln mehr rosa und bei einigen mehr bläulich-hell ist.
Diese fiktiven Alterszeichen sind also, wie gesagt, recht wage und können auch sehr täuschen, man braucht also schon ein gutes Auge und einen direkten Vergleich bzw. muß Krankheit und Lebenslauf und -umstände des Vogels kennen und berücksichtigen. Auch dann sind so 2 - 3 Jahre Toleranz sicherlich gut und gerne gegeben. Es altern ja auch nicht alle Vögel gleichermaßen, insofern, denke ich, könnte man mit relativer großer Sicherheit erkennen, ob ein Vogel noch bis zu 3 Jahren alt ist und alles andere ist Spekulation...
Inzwischen ist er ca. 10 Monate alt und hat immer noch recht stark ausgeprägte Wellen am Hinterkopf. Wird er die dann behalten?Ja.
Gruß, Silke.