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Re: Gut, dass ich Näpfe bestellt habe


[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ]


Geschrieben von Silke am 01. Dezember 2000 09:01:35:

Als Antwort auf: Gut, dass ich Näpfe bestellt habe geschrieben von Nova am 30. November 2000 14:42:21:


>ich hab gestern Edelstahlnäpfe bestellt und in meinem Käfig wurden 4 Plastiknäpfe mitgeliefert.

Edelstahl und Keramik sind die besten Materialien, weil sie nicht solche Kratzriefen bilden und am leichtesten zu pflegen sind.

>Mhm, in Sachen Futter. Ich weiss, dass Wellis sehr zäh sind in dieser Hinsicht (wenn sie mal nichts zu futtern kriegen).
>Ich muss sagen, dass ich aber nicht wusste, dass Weibchen zum stopfen neigen. Polly war ihr ganzes Leben lang dünn.

Es ist eher die Ausnahme, wenn die Hennen nicht verfetten: Ausnahme: In einer großen Außenvoliere mit 20 - 30 Wellis dürfte es nicht so leicht passieren. Erstens haben die Vögel dort mehr Bewegung als in einem kleineren Schwarm und sind mehr beschäftigt, zweitens müssen sie schon mehr Energie aufwenden, um die Temperaturschwankungen, vor denen Zimmerwellis ja weitgehend verschont bleiben, auszugleichen. Jetzt ist nämlich langsam die Zeit, wo Außenvolierenbesitzer ihr Futter fettreicher gestalten sollten...

Im Zimmer sieht es ganz anders aus. Es kommt auch leichter Langeweile auf und da fällt man eben schnell mal in seine Hauptbeschäftigung zurück: Nahrungsaufnahme. Solange nur begrenzt Futter da ist und die Vögel den Rest des Tages die Körnchen aus der Einstreu suchen gehen (ist auch ein netter Zeitvertreib), können sie sich nicht überfressen. Ist der Napf immer voll, fressen sie einfach zuviel.

Man sagt, daß ein Welli etwa einen TL Körnerfutter am Tag frißt bzw. fressen sollte. Je nach Körperbau variiert das noch (gestrichener bis leicht gehäufter).

Hat ein Welli eine gute Kondition, also eine ausgeprägte, starke Brustmuskulatur und wenig Fett, was man im "Brustbeintest" leicht nachprüfen kann (Das Brustbein sollte tastbar, aber nicht scharfkantig, aber auch nicht erst nach stärkerem Druck tastbar sein, dann kann man auch leicht eine schwammige Schicht auf der Muskulatur rechts und links des Brustbeins ausmachen.) Hat der Vogel Fett angesetzt wie eine Ente, ist er eindeutig zu dick. Man sollte es bemerken, bevor der Bauch auf die Füße hängt, denn ein Vogel, der einmal so verfettet ist, muß lebenslang auf strenge Diät gesetzt werden, da er sofort wieder zunimmt, wenn er unbegrenzt Futter bekommt. Außerdem neigen fette Vögel schnell zu Kreislaufbeschwerden und - über einen längeren Zeitraum - eben zu schweren Organdefekten.

Das Problem mit den Hennen in der HObbyhaltung ist eben auch folgendes: Sie bereiten sich, sobald sie geschlechtsreif sind, auf die Brut vor. Das heißt, sie fressen sich, sofern irgend möglich, einen kleinen Ranzen an. Wer seine Henne schon mal brüten ließ, wird festgestellt haben, daß sie in kurzer Zeit dabei richtig Gewicht verliert. Daß Hennen mal ein paar Gramm mehr wiegen, hat also durchaus seine Ursache. Wenn man aber nicht züchtet und auch nicht will, ist das eine fatale GEschichte, denn die Hennen fressen und fressen, aber verbrauchen das Fett kaum. Da man über die Nahrung aber auch den Bruttrieb steuert, macht es sogar doppelt Sinn, Vögel, mit denen man nicht züchten will, auf Diät zu halten. Überreiches Futterangebot ist der Auslöser, der die Wellensittiche zur Brut bewegt. Darüber hinaus sind freilich auch Brutkästchen, höhlenähnliche Gebilde und dunkle Ritzen solche Auslöser.

Im ersten Jahr sind eigentlich alle Hennen superschlank. Ab dem zweiten geht es aber oft schon los, spätestens im dritten Jahr erlebt so macher Mensch seine Überraschung...

>Also sollte ich die Näpfe nicht voll machen? (2 sind im Gebrauch) und wenn ich Kolbenhirse im Käfig habe, dann sollten Kräcker und die Näpfe draussen bleiben?
>Also ist weniger mehr?

Auf jeden Fall. Ich habe z. B. 8 Wellis in einer Voliere, die zur Zeit (im Winter bin ich etwas großzügiger, weil das Zimmer unbeheizt ist) 5 Eßlöffel Körnermischung mit hohem Grasanteil (viele Spelzen) pro Tag bekommen. Grünzeug, also Kräuter wie Vogelmiere, Hirtentäschel oder Gemüse (außer Mais, das ist vollwertiges Getreide) unbegrenzt. Die Vögel sind keinesfalls zu dünn, aber auch nicht dick. Sie tun zwar ständig hungrig, aber Wellis sind nun mal verfressen. Und seit sie vor über zwei Jahren mal von jemanden richtig fett gefüttert wurden, so daß einer innerhalb von 2 Wochen massive Kreislaufbeschwerden bekam, müssen sie ständig Diät machen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Entweder fressen, bis der Kropf platzt oder tagsüber Körnchen im Buchenholzgranulat suchen und gesund bleiben, das ist die einzige Wahl, die ich habe.

Und toi, toi, toi - seitdem sie schlank sind, keine Herzprobleme, keine sonstigen Dinge - das einzige, was mir nicht gefällt, sind winters die recht heftige Mauser, wobei ich hoffe, daß ich mal mit einer entsprechenden tageslichtähnlichen Lampe hier ein bißchen Abhilfe schaffen werden kann. Das habe ich aber noch nicht umgesetzt.

Natürlich haben sie hier und da ihre Zipperlein, mit denen ich sie einst auch aufgenommen habe, so ist der eine Vogel (Cloudy) m. E. nicht ganz fit auf den Nieren, er zeigt immer leichtere Spuren von Urat an den Federn um die Kloake, hat aber ansonsten unaufälligen Kot und benimmt sich unauffällig. Der Zustand ist seit Jahren stabil, ich werde also nichts unternehmen, ohne daß sich etwas daran ändert. Eiweißarme Kost gibt es ohnehin.

Silver und Quasimodo waren und sind Krüppel, daran ändert auch die beste Pflege nichts. Wo Gelenke keinen Halt haben, haben sie keinen Halt, das ist nicht zu ändern. Sie führen aber ein gutes Leben, Silver ist verpaart und damit offensichtlich sehr glücklich. Quasimodo hängt sich überall rein, er hat ein freundliches und sehr neugieriges Wesen.

Else kann mit ihrem verletzten Flügel nicht fliegen, da scheinen Nerven oder Sehnen zerstört, da ist nichts zu kitten und regenerieren wird sich auch nichts mehr... Trotzdem läßt sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen und beeindruckt damit offensichtlich auch sehr Schröder, ihren Hahn, der übrigens einer der wenigen völlig intakten Vögel ist.

Ginger hat keine wirklichen Erkrankungen. Sie verschluckt sich zwar oft beim Fressen, weil sie sehr gierig ist (schon, um anderen nichts zu lassen), aber der Aufenthalt in dem Schwarm hat ihr gutgetan, ihre übermäßige Aggressivität hat sich gelegt. Sie schafft es zwar noch immer nicht, sich richtig zu verpaaren, flirtet aber schon mal mit Cloudy herum.

Tweety, meine Grande Dame im Schwarm, hat ihre körperlichen und seelischen Gebrechen schon längst vergessen. Sie ist jetzt schon ruhiger geworden, mit gut und gerne 11 Jahren ist sie auch kein junges Küken mehr... Ihren Silver liebt sie aber heiß und innig. Schon im Morgendämmern kuscheln die beiden und kraulen sich.

Habe ich einen vergessen? Ja, Bubi. Dem ging's eigentlich schon immer gut. Bei Tweety kann er schon lange nicht mehr landen - er versucht's aber trotzdem...:-)

Das gleich mal als kleiner Lagebericht von der Wellifront...:-)

Gruß, Silke.




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