Re: Allgeimenes- Fragen - Meinung zu Tierärzten
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 14. Juni 2000 12:18:13:
Als Antwort auf: Allgeimenes- Fragen - Meinung zu Tierärzten geschrieben von Arne am 10. Juni 2000 23:09:51:
Lieber Arne,
Ja, Du machst Dich wirklich unbeliebt, jedoch nicht, weil Du eine eigene Meinung vertrittst, sondern weil Du Dich trotz Deiner himmelschreienden Ahnungslosigkeit (das muß jetzt mal gesagt werden) für klüger als alle Experten hältst. Warum?
>Sie hat die Abmessungen: 2,20 Höhe, 1,20 Tiefe und 0,60 Breite. Ja, ja, ich weiß!
Das ist noch nicht mal ein Drama, auch wenn Deine folgenden Argumente nicht gelten können, denn ein Platz, der teilweise direkt sonnig ist, sogar günstig ist, denn Vögel benötigen das direkte, ungefilterte Sonnenlicht, um Vitamin D herzustellen.
>Ich habe zwei Wellensittichpärchen in der Voliere sowie einen.......Ja, das wäre meine erste Frage:
>Er hat die Größe eines Wellensittichs (soll aber keiner sein - und ist auch keiner!), trägt ein rotes Bauchfell, und hat ansonsten eher bräunlich, gräuliches Gefieder.Diese Beschreibung ist leider sehr schwammig. Mich würde interessieren, unter welchem Namen Du ihn gekauft hast. Schließlich müßtest Du ja schon aufgrund der Ernährung wissen, mit welchem Vogel Du es zu tun hast oder gibt es bei Dir Einheitsfutter für alle Deine Vögel?
Vielleicht kann mir da ja jemand helfen, denn ich würde ihm gern noch einen Partner zur Seite stellen. Ach ja, der Preis für einen dieser Sittiche(?) liegt bei 85-90 D-Mark, falls dies bei der Wahrheitsfindung dienlich sein könnte.
Leider nein, denn Preise schwanken regional stark, aber auch Züchterpreise und Ladenpreise sind sehr unterschiedlich. Wenn Du schon weißt, wo es ihn gibt und was er kostet, wäre es doch das einfachste, einmal nachzufragen und dann könnten wir Dir ein Bild zum Vergleich anbieten, wo Du das Tier entweder als eben diesen identifizierst oder auch nicht. Ein Preis um 80 Mark wird regional sogar für Nymphen gezahlt, das sagt also gar nichts aus oder ist stark untertrieben...
Da kommt mir vielleicht noch ein Gedanke: Könnte es sich um einen Bourkesittich handeln? Dann hätten die Flügelbuge aber blaue Federn. ... Und die Brust wäre auch nicht knallrot, sondern eher rötlich-rosa angehaucht.>Zweite Frage wäre folgende: Einer der kleinen Sittiche
WElli?
(alle noch sehr jung) hat im Gegensatz zu den anderen noch keine langen Federn; ehrlich gesagt sieht er ziemlich gerupft aus. So kann er auch (noch) nicht fliegen) sondern hüpft er von Ast zu Ast. Auch Draußen kann er sich nur eben vom Boden erheben. Ich denke mal, ihm wird ein neues Federkleid nachwachsen. Die Frage nur: Wie lange dauert so etwas?
Wieder ein Zeichen Deiner absoluten Ahnungslosigkeit! Da Du ja auch gar keinen Tierarzt, geschweige denn Vogelarzt brauchst, muß es Dich auch gar nicht jucken, daß es sich hier vielleicht um die Wellensittich-Nestlingskrankheit handeln könnte, einem Virus, der auf alle Nachkommen übertragen wird und den wahrscheinlich Dein Zuchtpaar (Holla, haben wir eine Zuchtgenehmigung?) in sich trägt. Wie auch immer. Da Du Experte ja nicht genau unterscheiden kannst, ob es sich um eine krankhafte Federveränderung, um mechanische Zerstörung, um Elternrupfen oder was auch immer handelt, kann Dir hier nur ein Experte helfen.
>So, und nun mache ich mich bestimmt bei vielen von Euch unbeliebt, aber ich muss mal meine Meinung über Tierärzte und Tierarztbesuche loswerden. Wenn man manche von Euch hier so hört, so gilt es ja beim kleinsten Niesen sofort zum Arzt zu rennen, Und hier eine Aufbauspritze und dort ein Präpaarat. Und die Ärzte verdienen sich Dumm und dusselig an d (übertriebener) Tierliebe. Da gibt es einmal die Krankheiten, denen man auch selbst begegnen kann.
Welche bitte? Und wie diagnostizierst Du die? Ich bin sehr gespannt... Ich werde inständig Abbitte tun, wenn Du mich jetzt von Deinen überragenden diagnostischen Fähigkeiten und veterinärmedizinischen Kenntnissen überzeugen kannst, zumal Du ja die einfachen biologischen Abläufe im Vogelkörper, die wohl jeder etwas erfahrene Vogelhalter gut kennt, nicht erklären kannst.
Und dann oft die, wo auch der Tierarzt nicht mehr viel machen kann. Das heißt: Der Vogel stirbt sowieso, aber der Weg dorthin hat noch einmal ordentlich gekostet. Aber das tut man ja gern, weil man ist ja schließlich soooo Tierlieb. Also, ich werde mit meinen Vögeln nicht zum Tierarzt gehen.
Hier werde ich Dich einmal ein bißchen über Rechte und Pflichten aufklären. Es gibt nämlich erfreulicherweise für solche Leute, die meinen, Herr der Schöpfung zu sein, gesetzliche Grenzen. So muß nämlich ein Tierhalter nicht nur zwingend ein erkranktes Tier in ärztliche Behandlung geben, sondern auch die zur Haltung notwendigen Kenntnisse besitzen. Die scheinen mir in Deinem Fall schon einmal nicht gegeben, wenn Du mich fragst.
Der Einfachheit halber und damit Du auch einmal weißt, wie hoch derartige Bußgelder ausfallen, wenn man sich über gesetzliche BEstimmungen hinwegsetzen möchte, folgenden Link: http://www.bml.de/tierschutz/gesetz/01_03.htm
Ich wünsche Dir viel Ruhe und Auffassungsgabe bei der Lektüre dieser Dir unbekannten, aber wichtigen Gesetzestexte.
>Krankheiten, Siechtum und Sterben gehören zum Leben nun einmal dazu. Und in Australien gibt es auch keine
>Ärzte, die auf irgendwelchen Bäumen sitzen. Was ich tun kann, werde ich selbst tun. Und wenn ich sehe, dass ein Vogel unsägliche Qualen erleidet werde ich selbst ihn erlösen.Das kann für Dich eine Geldstrafe bis zu 50.000 DM bedeuten, wenn der Höchstbetrag angesetzt wird. Bei der Umsetzung des Tierschutzgesetzes sind auch Freiheitsstrafen bis zu 2 Jahren möglich, je nach Schwere des Vergehens.
Wie auch immer, ungeschoren kämst Du in keinem Fall davon, denn: Das Töten von Tieren bedarf eines vernünftigen Grundes. Einschätzen, ob ein Fortleben des Tieres mit vermeidbaren Schmerzen und Qualen verbunden ist, vermag nur der Tierarzt. Das Töten von Wirbeltieren ist nur unter Narkose gestattet. Das Narkotisieren darf nur von einem Arzt vorgenommen werden. Es gibt Ausnahmen, die bestimmten, festgelegten Berufsgruppen vorbehalten sind, die daraufhin ihre Sachkenntnis nachweisen müssen: Metzger, Fischer, Jäger...
Mein letzter Satz dazu: Ich helfe gern und habe Geduld und Verständnis mit Menschen, die noch Laien sind, aber Lehre annehmen möchten und sich fortbilden möchten. Ignoranten jedoch lehne ich ab.
Zu Deutsch: Wenn ich Dich erwische, gibt's eine Anzeige!
Gruß, Silke.