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Re: Was gebt ihr eure Wellis grad an Obst und Gemüse? (an Silke)


[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ]


Geschrieben von Silke am 30. März 2000 13:01:16:

Als Antwort auf: Re: Was gebt ihr eure Wellis grad an Obst und Gemüse? (an Silke) geschrieben von Meike am 30. März 2000 10:30:47:

Hallo Meike,

>>frische Zweige mit Knospen oder Blättern sind ganz wichtig (Rinde enthält viele Spurenelemente und bei Weide sogar in geringer Dosis entzündungshemmende Stoffe: Salicylsäure).
>>
>Welche Zweige?

Also die Salicylsäure, eine Vorstufe der Acetyl-Salicylsäure, dem Wirkstoff der Aspirin, ist in der Rinde von Weiden enthalten. Nun braucht aber niemand zu erschrecken, ich würde Euren Piepern Aspirin verordnen. In der frischen Rinde sind die Wirkstoffe in so geringen Dosen vorhanden, daß sie mit einer Tablette der wirkstoffstärkeren Substanz wirklich nicht vergleichbar ist, sondern eine rein gesundheitsfördernde Wirkung besitzt.

Ungespritzte Obstbaumzweige sind auf jeden Fall in Ordnung. Wie gesagt, bei den Prunus-Arten (Steinobst wie Kirsche und Pflaume) kann es zu Unverträglichkeiten bei besonders empfindlichen Vögeln kommen, aber das betrifft nur sehr wenige.

Des weiteren kann man bedenkenlos Linde, Birke (gerade im Frühjahr gern mit Blüten und Knospen), Kastanie, Erle, Nußbaum... z. B., es gibt noch sehr viele mehr, anbieten. Buche ist zum Knabbern nicht direkt ungeeignet, jedoch als Sitzstangen für empfindliche Füße (Wellensittiche neigen auch zu Sohlenballengeschwüren) eben nicht so sehr geeignet. Aber wenn man es genau nimmt, sind auch manche Obstbaumarten sehr hart vom Holz her. Wenn man also Hartholz anbietet, sollte es unbedingt berindet und möglichst von großem Durchmesser sein. Wenn man dann zufällig eine rötliche Druckstelle an einem Füßchen entdeckt, lieber weiches Holz anbieten.

>>Warum? Kirschen und Pflaumen dürfen die Geier beruhigt fressen. Auch Brombeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, >
>Hab ich mal vor ein paar Jahren gelesen. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren, v.a. wo ich die im Sommer sowieso immer zu Hause habe. :-)

Aber klar doch, immer ran. Natürlich dürfen sie nicht mit Insektiziden behandelt sein, aber solche gespritzen Früchte sollte man sich ja auch als Mensch nicht unbedingt antun, denn mit Waschen lassen sich die Rückstände nur mäßig entfernen.

Übrigens kannst Du auch einige Früchte einfrieren und im Winter aufgetaut verfüttern. Die aufgetauten Früchte aber nicht zu lange liegen lassen, daß sie nicht gären.

Wellis kannst Du alle Früchte auch mit Stein anbieten, bei größeren Papageien würde ich es nur in Maßen tun, da sie auch gern die blausäurereichen Kerne knacken.

>Was die "VW Immergruen" betrifft, habe ich bis jetzt (jahrelang) nur gute Erfahrungen gemacht, nie Schimmel gehabt.

Hab ich schon von anderer Seite gehört. Allerdings ebenso viele, die genau wie ich Gammelprobleme hatten. Es hängt wahrscheinlich auch viel vom Standort des Käfigs ab, würde ich vermuten.

Auf jeden Fall würde ich täglich eine Geruchsprobe machen und mit die Keimlinge genau angucken. Wenn's anrüchig wird, sofort weg damit.

Ist leider auch eins der wenigen Dinge, die von den Wellis und Nymphen angenommen werden. Und der Docht ist NICHT aus Schaumstoff, im Gegensatz zu dem Vitakraft-Mist. Dieser hat gestern wirklich geschimmelt und gestunken ohne Ende, daher nehme ich das auf jeden Fall wieder zurueck.

Ich weiß nicht, ob ich damals Vitakraft oder ein anderes Produkt hatte. Hab es jedenfalls ganz schnell wieder entfernt.

Wer aber gern Töpfe mit Kräutern zieht oder einen kleinen Garten hat, für den bietet es sich auf jeden Fall an, selbst Kräuter und Sprößlinge zu ziehen, ist jedenfalls auch viel billiger.

>Da einer meiner Wellis (noch dazu ein sehr junger) staendig auf dem Teil gesessen hat und die Halme abgeknabbert hat, habe ich jetzt Sorge, dass er etwas von dem Schimmel abbekommen hat.

Ein kerngesunder Welli kann ein paar Keime schon gut bekämpfen, aber wenn unglücklicherweise noch einige andere Faktoren dazukommen, z. B. Schwäche wegen starker Mauser, Vitaminmangel (besonders A), empfindliche Schleimhäute usw., kann er krank werden.

Ich denke, Du mußt nicht in Panik verfallen, weil er vielleicht einen gammligen Halm gefressen hat, aber generell sollte man auf jeden Fall auf frisches, pilzfreies Futter achten.

(Vermutliche) Sie wirkt zwar nach wie vor sehr fit, aber koennte man da quasi schon vorbeugend etwas tun? Wie sehen entsprechende Symptome ueberhaupt aus?

Schimmel kann ganz unterschiedliche Erkrankungen bewirken, je nachdem, wo er sich einnistet. Es gibt Schimmelpilze (besonders berüchtigt ist Aspergillus flavus), der die Atemwege befällt und im Endstadium auch auf Herz und Gehirn übersiedelt, andere setzen sich in den Schleimhäuten des Verdauungstraktes fest und lösen Kropfentzündungen oder Darminfektionen aus. Bei den Kropfentzündungen sind Schimmelpilzinfektionen besonders tückisch, da die meisten Tierärzte vorschnell Antibiotika verabreichen, da sie eine bakterielle Infektion vermuten. Diese Mittel wirken nicht nur nicht gegen die Schimmelpilze, sondern verstärken die Infektion noch, weil sie die wichtigen körpereigene Bakterienkulturen zerstören und besonders günstige Bedingungen zur Ausbreitung der Pilze bieten.

Je nach Erkrankung gibt es also ganz unterschiedliche Symptome. Die beste Prophylaxe ist aber in jedem Fall ein gesunder, abwehrstarker Vogel und den bekommt man durch gesunde, rationierte Ernährung und sehr, sehr viel Bewegung.

>Wo ich schonmal beim Fragestellen bin.. sie sitzt des oefteren auf einer Stange und macht den Schnabel auf und zu.. ist kein richtiges Hecheln, geht aber vom Aussehen her in die Richtung. Was hat das zu bedeuten? Ist nicht nur nach dem Herumtoben. :-( Das macht keiner der anderen, es ist nicht zu warm, zugig o.ae.

Hm, das Bild ist nicht eindeutig. Es gibt mehrere Möglichkeiten, warum ein Vogel so auffällig den Schnabel öffnet, aber es sieht jeweils ganz unterschiedlich aus und hat auch sehr Unterschiedliches zu bedeuten. Das eine ist ein Gähnen und deutet auf Sauerstoffmangel hin. Da müßte mal gelüftet werden. Vogellungen sind viel abhängiger von frischem Sauerstoff als Säugerlungen. Nicht umsonst wurden früher Kanarien mit in den Bergbau genommen, um sofort gewarnt zu sein, wenn Stickgase auftraten.

Die zweite Variante wäre ein Würgen und Schlucken. Das deutet auf ein Problem hin, welches mal ernster, mal weniger ernst sein kann. Es könnten sich Kropfprobleme abzeichnen, der Vogel könnte etwas Falsches gefressen haben oder zum Überfressen neigen. Der Kropf könnte zum Anschoppen neigen, das gibt es bei manchen Tieren. Manche würgen immer mal wieder alles aus, nur weil es im Kropf einen Futterstau gibt. Man vermutet, daß sie einen organischen Defekt haben, den sie aus der Nestlingszeit mitgebracht haben oder aber später durch ständiges Überfressen erworben haben.

Wenn zu diesem leichten Würgen noch ein Husten dazukommt und der Vogel auffällig hustet, dann würgt und dann schluckt, kann man mit großer Sicherheit auf Atemwegsparasiten schließen, z. B. Luftröhrenwürmer.

Wenn der Vogel mit vorgestrecktem Hals und aufgesperrtem Schnabel Luft holt, hat er ebenfalls Atemnot. Wenn es kein Fremdkörper ist, der das verursacht, könnten es wiederum Infektionen sein. Besonders akut wird es, wenn irgendwelche Atemgeräusche dazukommen.

Ob Dein Vogel kurzatmig ist, kannst Du daran erkennen, daß er bereits nach kurzer Bewegung oder gar im Ruhezustand sichtbar beim Atmen mit dem Schwanz wippt.

Weitere Gründe für Atemnot sind Verfettung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Tumore.

Wie gesagt, gucke erst einmal, welche Beschreibung wohl zutreffen könnte und beobachte das Geschehen. Bessert sich das Verhalten auch nach gründlichem Lüften nicht, solltest Du einen Vogelspezialisten zu Rate ziehen, der den Vogel untersucht.

Feststellen, ob das Tier verfettet ist (manchmal überdeckt die Verfettung aber auch ein tieferliegendes Problem), kannst Du, wenn Du das Tier greifst und mit einem Finger oder behutsam mit mehreren das Brustbein herabfährst. Tritt es ganz spitz vor, ist der Vogel abgemagert, kannst Du es gar nicht fühlen, sondern vielleicht sogar eine schwabbelige Oberfläche, ist der Vogel krankhaft fett, ist es gut tastbar und die Muskeln links und rechts daneben hart und fest, ist der Vogel in guter Kondition.

Gruß, Silke.




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