Re: hoffentlich ein Paar ?
[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ] Geschrieben von Silke am 29. März 2000 11:44:47:
Als Antwort auf: hoffentlich ein Paar ? geschrieben von Michaela Jahns am 27. März 2000 21:51:29:
Liebe Michaela,
wenn sie charakterlich miteinander auskommen, sind schon die Weichen für eine spätere Partnerschaft gestellt. Aufgrund ihrer freundschaftlichen Beziehungen allein kann man allerdings noch nicht darauf schließen, daß es sich hierbei um ein echtes Pärchen handelt, es könnten immer noch zwei Hennen sein, aber das wirst Du merken.
Bruttrieb kommt bei echten Paaren von ganz allein, den muß und sollte man nicht noch unnötig anheizen, denn Nymphen sind überaus vermehrungsfreudig, da sie nicht jahreszeitabhängig brüten. Allein die Tatsache, daß Futter und Nistmöglichkeiten im nötigen Maß vorhanden sind, reich völlig. Deshalb, und auch, weil es aus gesundheitlichen Gründen nötig ist, ihr Gewicht stabil zu halten, muß das Futter normalerweise rationiert gegeben werden. Die Vielseitigkeit darf dabei aber nicht verloren gehen. Futtertipps, wie ich sie Annkathrin zu ihren Wellis geschrieben habe, treffen hier vollends auch auf Nymphen zu. Sonnenblumenkerne, wie sie in den meisten handelsüblichen Fertigfutterpackungen enthalten sind, sind aufgrund ihrer oft schlechten Qualität nicht nur bedenklich, sondern auch völlig unnötig. Wilde Nymphen ernähren sich hauptsächlich von energiearmen Grassaaten.
Wenn sie brüten sollen, bietet man einen Nistkasten an und reichert das Futter mit fettreicheren Saaten (wenig Hanf, Leinsaat, Kardi, Negersaat etc.)an und bietet zusätzlich eiweißreiches Futter. Aber auch frische Kräuter, am besten Wildkräuter sind ein Muß zur gesunden Aufzucht der Jungen.
Kalkgaben sind selbstverständlich, da die Eihülle hauptsächlich aus Kalk entsteht, welches die Henne sonst ihren Knochen entzieht. Aber auch nichtbrütende Nymphen brauchen Kalk und Grit.Zur Zucht, auch wenn die Tier nur ein einziges Mal brüten sollen, brauchst Du eine Zuchtgenehmigung, die Du auf Antrag und nach Nachweis Deiner Sachkunde bei Deinem Amtstierarzt bekommst. Mit dieser Genehmigung kannst Du dann auch die gesetzlich vorgeschriebenen Ringe bestellen.
Daß die Zucht mit Auflagen bedacht ist, sollte allerdings keinen Vogelhalter davon abhalten, ein echtes Paar zu kaufen. Erstens ist es eigentlich kein großes Problem, eine Zuchtgenehmigung zu bekommen, wenn man über die wichtigsten Kenntnisse verfügt, die man als Vogelhalter ohnehin sich aneignen sollte und außerdem gibt es auch zahlreiche "Verhütungsmethoden", die die Tiere nicht oder nur gering stressen. Auch in der Natur entwickelt sich nicht jedes Gelege. Und auch in der Natur gibt es Jahre, in denen eine Jungenaufzucht aufgrund der zu schwachen Regenfälle nicht möglich ist und die Steppenvögel beginnen ihre Gelege nur dann, wenn die äußeren Bedingungen eine erfolgreiche Jungenaufzucht erwarten lassen. Kein Vogel verschwendet Energie, wenn er sie zum Überleben und zur Nahrungssuche benötigt. Und auf das Leben in einer sehr kargen Landschaft sind diese Tiere optimal angepaßt. In absoluter Vollendung natürlich die nicht domestizierten wilden Artgenossen, aber auch die gezüchteten Tiere besitzen einen Hauptteil dieser Angepaßtheit und sind mit den Schlaraffenlandbedingungen in der Gefangenschaft eigentlich körperlich völlig überfordert.
Gruß, Silke.