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Re: Wellis fliegen nicht/PS:


[ Das Sittichfreunde-Forum von Sittiche Online ]


Geschrieben von Silke am 27. Mai 1999 at 09:52:30:

Als Antwort auf: Re: Wellis fliegen nicht/PS: geschrieben von Petra am 26. Mai 1999 at 16:14:07:


Hallo Petra,

>Hier in der USA kann man Zuchttiere von 75 bis zu 150gr.und mehr kaufen. Die letzteren sind Schauvoegel. Es kommt auf
>deren Knochenstrucktur an.

Das ist ganz klar, sonst würde ich auch keine Toleranz zwischen 80 und 100 g einräumen, bei einem relativ kleinen Papageienvogel. Jedoch kommem mir 150 g auch für einen Schauvogel recht heftig vor - aber vielleicht sind sie ja wirklich so extrem größer und kräftiger gebaut - der Brustbeintest ist deshalb schon recht aussagekräftig...

>Meine beiden bekommen schon seit Jahren keine Sonnenblumenkerne. Sie bekommen Kayteepellets,jeden Tag
>gemischtes rohes Gemuese, Reis, gekochte Eier, Nudeln gekocht.Ach ja Samenmischung ist ungefeahr 20% von deren taeglicher Ernaehrung. Ein bischen fett braucht jeder.

Dein Vogel frißt an einem Tag Pellets, Körner, Nudeln und Reis?? - Aber ich vermute, eher abwechselnd... Fett ist übrigens in so gut wie jeder Nahrung enthalten, es ist also gar nicht möglich, zu wenig Fett zu füttern. Außerdem sind Nymphies und Wellis natürlicherweise Kohlenhydrat-Fresser, während Kanaries eher fettreiche Saaten fressen. Natürlich ist es sogar möglich, auch Wellis und Nymphen auf fettreiche, kohlenhydratarme Saatenischung umzustellen, jedoch beides, fett- und kohlenhydratreiche Kost ist der Gesundheit der Vögel abträglich.

Pellets sind übrigens so zusammengestellt, daß eine optimale Mischung von Fett, Kohlenhydraten und Faserstoffen eingehalten wird. Leider fressen sie nur Vögel, die sie von kleinauf gewöhnt sind. Es ist beispielsweise so gut wie unmöglich, einen körnergewöhnten Welli an Pellets zu gewöhnen, er würde höchstwahrscheinlich die Nahrung verweigern, bis er verhungert.

Ich selbst habe, um im Krankheitsfalle noch eine Trumpfkarte in der Hand zu haben, monatelang vergeblich versucht, meine Vögel an Harrisson's zu gewöhnen, mit allen Tricks und Tips, die es dazu gab. Es war eine teure Fehlinvestition, glatt 30 Mark für so ein kleines Tütchen rausgeschmissen, dafür hätte ich mir im spezialisierten Futterhandel glatt 6 kg beste Saatenmischung mit 23 verschiedenen Wildsämereien und Grassaaten kaufen können, also Grundmischung für fast 1 Jahr.... - Ich kaufe natürlich nicht soviel im voraus, sondern lieber ganz frisch nach und natürlich gibt es noch bestimmte Einzelsaaten und auch Keimmischungen und ab und zu mal ein bißchen Kolbenhirse und vor allem halbreife Saaten, Mais, Weizen, Holunderbeeren, Weiden- und Birkenzweige, Obst, Kräuter und frische Wildsaaten von der Wiese (Vogelmiere, Hirtentäschel, Wicke, Wegerich, Knäuelgras, Rispengras), Samenstände von Paprika, Chicorrée, Salate, Möhren - wenn frisch aus dem Garten, dann mit Kraut -, grüne Schoten, ganze kleine Erbspflänzchen.....

>Wenn ein Vogel fuer laengere Zeit nicht genuegend bewegung
>bekommen hat, solte mann ihn langsam wieder ans fliegen
>gewoehnen. Anderseits kann es zum herzschlag mitten im flug
>kommen.

Ein völlig verfetteter Vogel ist gar nicht in der Lage, weit zu fliegen. Er fliegt ohnehin nur 1 Meter und geht dann zu Boden. Ich habe ja auch nicht gesagt, daß das Fliegen allein den Vogel schlankmacht, sondern ausdrücklich auf eine nötige Diät hingewiesen, die _nur_ dann Erfolg hat, wenn man die Ernährungsweise wirklich optimiert und das Futter rationiert. Bei unbegrenztem Futterangebot wird der Vogel nie abnehmen.

Ist der Vogel dann schlanker, so daß ihm die Bewegung leichter fällt, sollte man auf ausreichend Bewegung, vor allem Flug, achten. Bei entsprechender Gesellschaft sollte dies von allein passieren, denn Vögel im Schwarm animieren sich zum Fliegen. Ein Einzelvogel hat's da schwerer, aber das hat er ja überhaupt...

Wenn der Vogel schon beim kurzen Aufflattern gestorben ist - es tut mir leid, Dir das so hart sagen zu müssen, aber jeder seriöse Tierarzt wird Dir das bestätigen - hätte ihn jede andere Kleinigkeit auch schon getötet, dann war er bereits herzkrank! Es hätte die nächste Sommerhitze, die nächste kleine Infektion oder ein Schreck allein auch ausgereicht. Dem sollte man von vornherein vorbeugen, denn nur schlanke und konditionierte Vögel sind Belastungen, die niemand ausschließen kann, denn auch ein Vogel erschrickt sich mal nachts oder muß mal sommerliche Hitze oder auch mal eine Infektion ertragen, wirklich gewachsen.

Es ist eigentlich schon ein Jammer, wenn wir fette Vögel kurieren müssen, denn die Verfettung ist ja bereits eine Vorstufe der Erkrankung, alles weitere ist eine Frage der Zeit und der Abwehrkraft des Vogels. Wie soll ein Wellensittich denn 15 Jahre alt werden, wenn er ständig Übergewicht hat? Wie soll ein Nymphie 18/20 Jahre alt werden, wenn er eine solche labile Gesundheit hat? Die meisten Vögel sterben doch schon und haben nicht einmal das 10. Jahr erreicht und nur wenige davon an Erkrankungen, die unvermeidbar, weil erblich bedingt waren. Die Tumore, die sozusagen ererbt wurden, brechen bereits im 1. - 2. Lebensjahr aus, die schwächlichen Vögel sterben ebenfalls sehr jung. Viele Vögel, die mit 5 oder 6 oder 7 Jahren erkranken und sterben, sind durch mangelhafte Haltungsbedingungen dafür prädestiniert worden. - Natürlich gibt es die Fälle, wo ein "Besuchervogel" eine ernsthafte Infektion eingeschleppt hat, es gibt Unfälle und auch Tod durch Legenot, aber vieles ist wirklich bei entsprechender Haltung (Partner- oder Schwarmhaltung), ausreichenden Platz- und Lichtbedingungen (ganztägiger Freiflug oder großzügige Flugvolieren - keine "Zimmervolieren"), günstige Lichtverhältnisse, auch gelegentliche Sonnenbäder, abwechslungsreicher, ausgewogener und dosierter Ernährung, anspruchsvoller Hygiene (tägliche Trinkwassererneuerung, regelmäßige Desinfektion der Futter-, Wasser- und Badebehältnisse durch Auskochen, gründliche Volierenreinigung) und Unfallvorsorge (Entfernen der Giftpflanzen und -gegenstände aus dem Vogelbereich, tägliche Kontrolle der Vögel, ob Ringe i. O. sind, irgendwelche anderen Veränderungen, wirklich vermeidbar.

PS: An dieser Stelle sei noch erwähnt, daß überwiegend Hennen zu Gewichtsproblemen neigen, da diese von Natur aus das Bedürfnis haben, sich Speck für die anstrengende Brutzeit anzufressen. Brüten die Tiere auch regelmäßig, "sitzen" sie dabei den Speck wieder ab. Da es aber vielen Tieren nicht möglich ist, verfetten sie immer mehr.

Hähne der Nymphen und Wellis brüten nicht und sind deshalb nicht so extrem gefährdet, dick zu werden. Natürlich wird es bei entsprechender "Pflege" jeder Vogel, aber eben ganz besonders Wellis, Nymphen, Amazonen und wiederum bei diesen die Weibchen der Spezies.

Gruß, Silke.





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